Bundesgesundheitsminister im RTL-Interview

Gastronomie ein Problembereich: Lauterbach will härtere Kontaktbeschränkungen

07. Januar 2022 - 12:59 Uhr

Bundesregierung will härtere Corona-Maßnahmen

Am Freitag werden die Ministerpräsidenten gemeinsam mit Bundeskanzler Scholz voraussichtlich neue Corona-Maßnahmen beschließen, die vor allem auch die Gastronomie treffen. Hintergrund ist die anrollende Omikron-Welle. Deshalb schließt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach im Interview bei RTL Direkt auch neue, weitergehende Kontaktbeschränkungen nicht aus.

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Lauterbach verteidigt 2G-Plus in der Gastronomie

Einen Tag vor dem Bund-Länder-Treffen hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die harte 2G-Plus-Regelung für die Gastronomie ab Mitte Januar verteidigt. "Die Gastronomie ist ein Problembereich, da sitzt man ohne Maske oft für Stunden", sagte Lauterbach bei RTL-Direkt. Deshalb müssten die Kontakte noch einmal beschränkt werden.

In einem Beschlussvorschlag hatte die Bundesregierung am Abend eine Verschärfung der Maßnahmen gefordert. Sollten die Fallzahlen dennoch weiter steigen, müsste man weitere Kontaktbeschränkungen beschließen: "Zum jetzigen Zeitpunkt sieht es so aus, dass die Kontaktbegrenzungen, die wir haben, wenn wir das noch einmal ergänzen um die 2G+ Regel, dass wir dann die Infektionsdynamik so abfedern können, dass wir gar nicht in den Bereich kommen."

„Ich glaube die Impfpflicht ist hier der Weg, der für Deutschland nötig ist.“

Auch beim Thema Impfpflicht könnte sich bald etwas ändern, deutet Lauterbach an. "Stellen wir uns mal für eine Sekunde vor, die Omikron-Welle wäre nicht nur so ansteckend wie jetzt, sondern auch so gefährlich (...), dann kämen wir in eine ganz bedrohliche Situation", so Lauterbach. "Der beste Schutz sei daher eine hohe Impfquote. Wenn die allerdings nicht erreicht werde, sei auch eine Pflicht denkbar.

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Lauterbach stellt im Interview mit Jan Hofer auch klar, dass er persönlich ein absoluter Befürworter einer Impfpflicht wäre. "Ich glaube die Impfpflicht ist hier der Weg, der für Deutschland nötig ist."

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"Djokovic ist kein Vorbild"

Auf den Fall des serbischen Tennis-Stars Novak Djokovic reagierte Lauterbach mit Unverständnis. "Die Sportler sind aus meiner Sicht ein Stück weit in der Pflicht, Vorbilder zu sein", so der SPD-Politiker. Niemand dürfe für sich "eine Extrawurst reklamieren". Deshalb hält es Lauterbach auch für undenkbar, dass Sportler oder andere Gruppen eine Ausnahmeregelung bei der Impfung oder anderen Coronamaßnahmen bekommen könnten.

Mit Djokovic selbst geht Lauterbach schließlich noch persönlich hart ins Gericht. Wer sich so verhalte, wie es der Tennis-Star bei seiner Einreise nach Australien getan habe, sei für ihn kein Vorbild.
(sst)

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