Schwer kritisiert und schwer gelobt

Zwischen Kunst und Antisemitismus-Vorwürfen: Ein Rückblick auf die documenta fifteen

Ein Rückblick auf die documenta fifteen Zwischen Kunst und Antisemitismus-Vorwürfen
04:30 min
Zwischen Kunst und Antisemitismus-Vorwürfen
Ein Rückblick auf die documenta fifteen

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Am Sonntag (25.09.) endet die Kunstausstellung documenta fifteen in Kassel, die von vielen Kunstkennern sehr gelobt wurde. Doch in diesem Jahr stand nicht nur die Kunst im Vordergrund, immer wieder wurden auch Vorwürfe laut, dass auf der Kunstausstellung Werke mit antisemitischen Darstellungen gezeigt werden. Ein Kunstwerk des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi wurde sogar verhüllt und dann abgebaut. Damit wurde die documenta sogar Thema in einer Bundestagsdebatte. Mehr im Video!

Künstlern wurde die Bühne genommen

Für Kunstvermittlerin Seray Dalmis war der Start der documenta schwierig. Eigentlich bietet sie Führungen durch die Ausstellung an. Doch dann kamen die Antisemitismus-Vorwürfe auf: „Wir waren alle voller Vorfreude auf die documenta und das wurde dann sehr überschattet durch die ganze Pressemitteilungen. Aber wir haben dann probiert das Beste daraus zu machen, auch in den Führungen. Da haben wir dann probiert, das anzusprechen aber nicht Überhand gewinnen zu lassen. Aber ich finde es schade, dass dadurch vielen Künstlern die Bühne genommen wurde.“

Kunstvermittlerin Seray Dalmis gibt Führungen für documenta-Besucher.
Kunstvermittlerin Seray Dalmis gibt Führungen für documenta-Besucher.
RTL

Trotz der Vorwürfe hat die documenta wieder zahlreiche Besucher angelockt. Zur Halbzeit waren es etwa 400.000 Kunstbegeisterte, die sich die Werke der 1500 teilnehmende Künstler angeschaut haben. Ein Highlight für einige Besucher: die Social Kitchen. 100 Tage lang wurden hier 100 verschiedene Gerichte gekocht – zusammen mit Besuchern und Künstlern. Die Idee stammt von Mahbubur Rahman aus Banngladesch: „Während wir Essen holen, gehen wir in die Küche und sitzen zusammen mit allen Familienmitgliedern und essen zusammen. Und während wir zusammen essen, teilen wir auch unsere Gedanken.“

documenta fifteen - Antisemitismus-Vorwürfe
Blick auf die verhüllte Figurendarstellung People’s Justice (2002) des Kollektivs Taring Padi. Foto: Swen Pförtner/dpa/Archivbild
deutsche presse agentur

documenta legt Fokus auf Gemeinschaftsgefühl

Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause legt die documenta in diesem Jahr den Fokus auf das Miteinander. „Hier ist die Kunst, dass die Menschen zusammenkommen. Das ist für die Künstler ihr Kunstbegriff“, so Kunstvermittlerin Seray. Am Sonntag schließt die documenta nach vielen positiven und auch negativen Schlagzeilen ihre Pforten. Wann die nächste Kunstausstellung in Kassel stattfindet, ist noch unklar. (npa/xsr/dgö)