"Klimaschutz ja, aber sozialverträglich!"

Laschet wirbt in Hessen noch einmal um Stimmen

21. September 2021 - 22:08 Uhr

Armin Laschet (CDU) kämpft um die letzten Stimmen

Unionskanzlerkandidat Armin Laschet hat im Endspurt für die Bundestagswahl am 26. September noch einmal um Stimmen in Hessen geworben. Man werde noch bis Sonntag mit "unseren Argumenten für den besseren Weg" kämpfen, sagte Laschet in Gießen. Dort sprach er sich auch für "Klimaschutz ja, Klimaneutralität ja" aus, "aber sozialverträglich, damit unser Wohlstand erhalten bleibt". Erneut warnte Laschet zudem vor einem möglichen rot-rot-grünen Bündnis.

Schulterschluss und Gegenwind

'Omasfor future' demonstrierten gegen den CDU-Wahlkampf in Gießen. Sie fordern eine konsequentere Klimapolitik.
'Omas for Future' demonstrierten gegen den CDU-Wahlkampf in Gießen. Sie fordern eine konsequentere Klimapolitik.
© RTL, RTL Hessen, Emelie Reiß

Auf dem Kirchenplatz in Gießen hat sich die CDU selbstbewusst gezeigt. Ministerpräsident Volker Bouffier unterstütze seinen Sohn Frederik, der am Sonntag in Gießen zum Oberbürgermeister gewählt werden will. Außerdem rief der hessische Spitzenkandidat und Kanzleramtschef Helge Braun aus Gießen zur Wahl auf.

Der Wahlkampf-Auftritt wurde aber auch von Gegendemonstranten und Buh-Rufen begleitet. "Eigentlich ist es schon zu spät, der Klimawandel kann nicht mehr verhindert werden, aber wir können das schlimmste verhindern, wenn wir jetzt das Ruder rumreißen", sagte Solaringenieurin Sabine Altmann von 'Omas for Future', die mit Transparenten gegen die Union protestierten. Ihre Mitstreiterin Jutta Pfaff sagte: "Ich bezeichne, was Armin Laschet macht, als Greenwashing. Er springt jetzt auf den Klimazug auf, um Wählerstimmen zu gewinnen."

Laschet: "Hass in unserer Gesellschaft muss ein Ende haben!"

Nach dem tödlichen Schuss auf einen Tankstellen-Mitarbeiter im Streit um die Maskenpflicht am Samstag in Idar-Oberstein hat sich Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet mit scharfen Worten gegen die sogenannte Querdenker-Bewegung positioniert. "Dieser Hass in unserer Gesellschaft muss ein Ende haben", sagte der CDU-Vorsitzende, "Deshalb appelliere ich an alle, die eine andere Meinung haben, auch die Querdenker: Gewalt ist kein Mittel. Das ist abscheulich, was wir da erlebt haben!"

Alle Menschen, die sagten, es gebe kein Virus und keine Pandemie, sollten auf die Intensivstationen gehen, sagte Laschet. Dort seien immer noch Menschen, die um ihr Leben ringen. "Wir dürfen das nicht zulassen, dass diese Pandemie so banalisiert wird, wie das manche politischen Gruppen tun."

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Forsa: SPD hat noch immer die Nase vorn

Nach einer am Dienstag veröffentlichten Forsa-Umfrage hat die SPD wenige Tage vor der Bundestagswahl weiterhin die Nase vorn, doch die Union konnte ihren Rückstand auf die Sozialdemokraten verringern. Laut dem RTL/ntv-Trendbarometer verbesserten CDU und CSU ihre Position im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf 22 Prozent. Die SPD verharrte bei 25 Prozent.

Die Umfragewerte der anderen großen Parteien haben sich nach den Daten des Meinungsforschungsinstituts Forsa ebenfalls nicht verändert: Danach kommen die Grünen auf 17 Prozent, AfD und FDP liegen gleichauf bei 11 Prozent, und die Linke erreicht wie vor einer Woche 6 Prozent der Stimmen. (dpa/kmü)