Dieses Video wird im Netz heiß diskutiert

Seelöwe flieht vor Killerwalen auf Boot - Kapitänin scheucht ihn zurück ins Wasser

30. September 2021 - 10:47 Uhr

Bootsführerin in Vancouver Island hat Angst um eigene Sicherheit

Mindestens drei Orcas umkreisen ein Boot, tauchen knapp darunter hinweg. Ein Seelöwe hat sich vor ihnen an Bord gerettet und die Schwertwale lauern, warten, wittern ihre Beute. Unterdessen filmt die verzweifelte Kapitänin die Szene – und scheucht den Seelöwen schließlich zurück ins Wasser. Im Netz wird das Video, das eine Userin namens @nutabull am Sonntag bei TikTok hochgeladen hat, heiß diskutiert. Hat die Frau richtig gehandelt – oder hätte sie den Seelöwen retten können?

Orcas greifen immer wieder Boote und Segelschiffe an

Entstanden sind die Aufnahmen vor Vancouver Island (Kanada). "Oh mein Gott, ich weiß nicht, was ich tun soll", hört man die Bootsführerin immer wieder sagen. Sie wirkt aufgebracht, offenbar hat sie Angst, die Raubtiere könnten ihr Boot rammen, um an den Seelöwen zu gelangen, der sich darauf in Sicherheit gebracht hat.

Bei TikTok und Twitter wundert man sich darüber, weshalb die Frau nicht einfach die Maschinen anwirft und mit dem armen Seelöwen davonfährt. Doch wie die "DailyMail" berichtet, sei es in vielen Buchten und Häfen verboten, den Motor zu starten, wenn zum Beispiel Orcas in der Nähe sind. Entsprechend kommentierte @nutabull auch eine Rückfrage und wies darauf hin, dass die Wale durch die rotierenden Schiffsschrauben verletzt werden könnten. Darüber hinaus musste die Frau auch an ihre eigene Sicherheit denken, immerhin ist bekannt, dass Orcas gewiefte Jäger sind, Beutetiere in Gruppen verfolgen und sogar von großen Eisschollen kippen.

Außerdem kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Menschen und jungen Orca-Herden. Die riesigen Meeressäuger "wollen nur spielen", so Experten – doch für die Schiffsbesatzung kann dieses Spiel gefährlich werden – vor allem, wenn sie Löcher in die Außenwände rammen. Die Kapitänin im vorliegenden Fall jedenfalls scheuchte den Seelöwen zurück ins Wasser. Ein Schritt, der später im Netz heiß diskutiert wurde.

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"Ich würde die Nahrungskette nicht durchbrechen"

So meint ein User namens Gil, dass er gegen die Orcas gekämpft hätte, um den Seelöwen zu retten. Ein anderer schrieb: "Ehrlicherweise hätte sie gar nichts machen brauchen, der Seelöwe war in Sicherheit und diese Wale hätten ihr Boot schon nicht zum Kentern gebracht. Wenn sie die Maschinen gestartet hätte, wären sie abgehauen."

@Triggerstorm hält dagegen: "So läuft das bei Orcas nicht. Wir wissen nicht, wie hungrig sie waren und sie würden dein Boot definitiv zum Kentern bringen, wenn sie das wollen." Ein weiterer User schlägt in dieselbe Kerbe: "Sorry, aber ich würde die Nahrungskette nicht durchbrechen." Und @Henryjeromekni2 schrieb: "Ich glaube, hier geht es nicht so sehr darum, dass sie das Tier in den Tod schicken WOLLTE, sondern vielmehr darum, dass sie nicht auch noch auf dem Orca-Menü enden wollte."

Zwar sind – entgegen dem im Volksmund gebräuchlichen und anders anmutenden Namen Killerwal – in freier Wildbahn noch keine tödlichen Angriffe auf Menschen dokumentiert. Doch viele zeigten Verständnis für die Kapitänin, die den Seelöwen von Bord trieb und Sekunden später den Motor startete, um davon zu fahren. Ob der Flossenfüßer den Sprung ins kalte Wasser mit dem Leben bezahlte, ist nicht überliefert. Das Video wurde bei TikTok inzwischen gelöscht. (cwa)