„Darf ich ein Tier töten, das kommt, wenn ich seinen Namen rufe?"

Jenke zieht für sein Experiment in die Schweine-WG

05. März 2020 - 9:26 Uhr

Nutztier-Arche Hamm: Artgerechte Haltung alter Nutztierrassen

Schweinefleisch ist das Lieblingsfleisch der Deutschen. Im Jahr 2018 hat jeder Deutsche pro Kopf 36 Kilogramm gegessen. Dafür werden allein in Deutschland jedes Jahr rund 57 Millionen Schweine gezüchtet. 88 Prozent des Fleisches im Supermarkt ist Billigfleisch. Aber wie sieht eine Alternative zur Massentierhaltung aus und wie ticken eigentlich Schweine? Jenke von Wilmsdorff ist für sein neues Experiment "Tiere lieben, Tiere essen - Wie viel Fleisch muss sein?" in eine Schweine-WG gezogen. In der Nutztier-Arche in Hamm lernt er die Sau Elsa kennen. Jenke muss eine Entscheidung treffen: "Darf ich ein Tier töten, das kommt, wenn ich seinen Namen rufe?"

Jenke-Experiment: Jenke lernt die Sau Elsa und ihren Bruder Schmali kennen

Wird sich Jenkes Haltung gegenüber Fleisch verändern, wenn er mit den Tieren zusammenlebt? Um das herauszufinden, zieht er auf die Nutztier-Arche nach Hamm. Sie ist ein wahres Paradies für Tier und Mensch. Diana und Thorsten Sonntag haben es sich zur Aufgabe gemacht, unter anderem alte Nutztierrassen artgerecht zu halten. Auch, um sie zu schlachten und zu essen.

Neben den Schweinen leben in der Nutztier-Arche Katzen, Hunde, Hühner, Rinder, das Shetland Pony Mary und die beiden Esel Joshi und Paul einträchtig nebeneinander. Die Sau Elsa lebt mit ihrem Bruder Schmali zusammen. Ihr Stall ist fast schon ein Paradies, auf 30 Quadratmeter können sich die Schweine frei bewegen. Schmali ist eine ziemliche Rampensau, Elsa eher zurückhaltend. Die erste Überraschung für Jenke: Schweine haben eine individuelle Persönlichkeit.

Wie ticken eigentlich Schweine?

Vier Wochen lang lernt Jenke die Sau Elsa näher kennen. Was er nicht gedacht hätte: Dass das 120-Kilo-Tier ziemlich verschmust sind. Dabei ist Jenke sein Date mit Elsa äußerst respektvoll angegangen. Denn Schweine sind Allesfresser, würden sogar Menschenfleisch essen. Aber nach dem ersten Kennenlernen gab es bereits Entwarnung: Elsa und Schmali sind ganz harmlos.

Im Stall knabbern und schnuppern die Schweine die ganze Zeit hindurch. Es ist ihre Art, die Umgebung zu erkunden. Auch haben sie einen besonders ausgeprägten Geruchssinn, ähnlich wie Hunde. Feine Schweinenasen werden zum Beispiel bei der Trüffelsuche eingesetzt. Und: Schweine sind besonders saubere Tiere. "Ein Schwein hat immer seine Toilettenecke und würde niemals dort hinmachen, wo es schläft", erklärt Tiertrainerin Katja Elsässer.

10 Euro pro Kilo für artgerecht gehaltenes Schweinefleisch

In der Nutztier-Arche werden die Schweine artgerecht gehalten, allerdings auch geschlachtet, wenn sie soweit sind. Schmali hat zum Beispiel nach gut einem Jahr sein Schlachtgewicht erreicht. Sein Fleisch wird später 10 Euro pro Kilo kosten, direkt beim Erzeuger erhältlich.

Elsa hat ebenfalls ihr Schlachtgewicht erreicht. Ihr Schicksal liegt allerdings in Jenkes Händen: Entscheidet er sich nach seinem vierwöchigen Experiment, weiterhin Fleisch zu essen, begleitet sie ihren Bruder in den Tod.

Das Jenke-Experiment bei TVNOW

Ob Jenke ein überzeugter Fleischesser bleibt und wie seine Beziehung zu Elsa ausgeht - das können Sie sich bei TVNOW ansehen. Bei TVNOW und in der TVNOW App stehen auch alle weiteren Jenke-Experimente zum Abruf bereit.