Mit Armin Laschet und Olaf Scholz bei den Flutopfern

Bund und Länder wollen mehr als 6 Milliarden bereitstellen

03. August 2021 - 19:35 Uhr

Laschet und Scholz stellen weitere Hilfen in Aussicht

Dieser Auftritt hätte zum erneuten Spießrutenlauf für Armin Laschet werden können. Doch diesmal ist es ruhig geblieben, während der Unions-Kanzlerkandidat gemeinsam mit Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz die überflutete Region Stolberg in NRW besuchte. Einmal mehr haben Laschet und Scholz den Bürgern schnelle Hilfen versprochen. Ein Interview mit beiden sehen Sie im Video.

+++ Neue Unwetter: Wieder Gefahr von Starkregen - auch in Ahrweiler +++

Bisher 215 Millionen Euro in NRW ausgezahlt

215 Millionen Euro seien bisher an Soforthilfe ausgezahlt worden, betonte Laschet. Vielen geht es dennoch zu langsam, wie der Besuch des NRW-Ministerpräsidenten in Swisstal bei Bonn offenbarte. Viele Anwohner machten ihrem Ärger dabei Luft. Klar ist deshalb, dass Nachholbedarf besteht. Deshalb bekräftigte auch Finanzminister Scholz, dass der Bund die Flutopfer mit Milliarden unterstützen will. "Wir werden das gemeinsam machen", sagte Scholz und stellte gemeinsam mit den Ländern weitere Hilfen in Aussicht. Dafür müssen Bund und Länder tief in die Taschen greifen.

Gesetz für Wiederaufbau noch vor der Wahl

Scholz geht davon aus, dass der Wiederaufbau in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen mehr als sechs Milliarden Euro kosten werde. In etwa diese Summe sei bisher für die Wiederaufbauarbeiten nach der letzten großen Hochwasserkatastrophe im Jahre 2013 ausgegeben worden, sagte der SPD-Kanzlerkandidat. "Ich bin sicher, dass wir diesmal eher mehr ausgeben werden", sagte Scholz im RTL-Interview und betonte: "Das wird Deutschland als gemeinsames nationales Anliegen begreifen."

Das Bundeskabinett werde am Mittwoch über Erleichterungen für die betroffenen Unternehmen entscheiden. Noch vor der Bundestagswahl soll außerdem ein Gesetz verabschiedet werden, das die Weichen für den Wiederaufbau stellt. Laschet betonte, beim Wiederaufbau werde es auch darum gehen, die Auswirkungen des Klimawandels zu berücksichtigen und so zu bauen, dass Hochwasser künftig nicht wieder solche Schäden anrichten könne. (xst, dpa, rtrs)