IWF legt Verhandlungen mit Ungarn auf Eis

13. Februar 2016 - 7:16 Uhr

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Verhandlungen mit dem Problemland Ungarn ausgesetzt. "Wir verhandeln seit 2012 über Maßnahmen, die zu einem Stand-by-Abkommen führen sollten, was aber die ungarische Regierung als vorbeugende Kreditlinie zu handhaben trachtete", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur MTI den zuständigen IWF-Direktor Gerry Rice in Washington. Der IWF-Offizielle reagierte auf Äußerungen des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Viktor Orban vom Vortag in Brüssel. "Wir wollen keinen Kredit, sondern eine flexible Kreditlinie", hatte der ungarische Regierungschef gesagt.

Nach Angaben aus Budapest ging es um 15 bis 20 Milliarden Euro. Ungarn war Ende 2011 in die Nähe des Staatsbankrotts geraten und hatte sich an den IWF gewandt. Da die Europäische Zentralbank inzwischen Geld in die Märkte gepumpt hat, kann sich Ungarn nun auch wieder auf den Kreditmärkten mit Liquidität versorgen. Ein Stand-by-Abkommen mit dem IWF hätte der Regierung Orban stärker die Hände gebunden.