Affären, Missbrauchsvorwürfe, Betrug

Interview mit Skandal-Garantie: Wenn (Ex-)Royals im TV auspacken

Meghan und Harry haben Talklegende Oprah Winfrey ein Interview gegeben.
Meghan und Harry haben Talklegende Oprah Winfrey ein Interview gegeben.
© dpa, Yui Mok, sab abl cul wst

04. März 2021 - 9:53 Uhr

Harrys und Meghans Interview mit Oprah macht Schlagzeilen

Was verraten Prinz Harry (36) und Herzogin Meghan (39) in ihrem großen Interview mit Oprah Winfrey? Erste Ausschnitte des mit Spannung erwarteten TV-Auftritts des Herzogs von Sussex und seiner Frau, der am 7. März ausgestrahlt wird, hat der Sender CBS schon veröffentlicht - und es scheint tatsächlich sehr persönlich zu werden. Meghan und Harry sind nicht die ersten Mitglieder der britischen Königsfamilie, die im TV auspacken. Allerdings war das selten eine gute Idee.

Was verraten Harry und Meghan?

In dem Interview mit Talklegende Oprah Winfrey sprechen Prinz Harry und Meghan auch über die Gründe für den "Megxit". "Meine größte Sorge war, dass sich die Geschichte wiederholt", ist Harry in einem vorab veröffentlichten Video-Clip zu hören. Damit bezieht er sich vermutlich auf seine Mutter Diana, die 1997 im Alter von 36 Jahren bei einem Autounfall in Paris starb, als sie von Paparazzi verfolgt wurde.

Er sei sehr "erleichtert und glücklich", dass er hier mit seiner Frau an seiner Seite sprechen könne, so Harry in dem Interview, in dem es unter anderem um die Anfang 2020 verkündete Abkehr des Paares von der Königsfamilie geht. Er könne sich nicht vorstellen, wie es für seine Mutter gewesen sein muss, "diesen Prozess vor all den Jahren alleine durchlaufen zu haben". Und er fügt hinzu: "Es war unglaublich schwer für uns beide, aber zumindest hatten wir uns."

Auch Diana selbst hatte einst schon mit einem TV-Interview für riesigen Wirbel gesorgt - genau wie Harrys Vater Prinz Charles (72) und weitere Royals.

Im Video: Meghans und Harrys Oprah-Interview schlägt hohe Wellen

Prinz Charles gestand im TV seinen Ehebruch

Der britische Thronfolger hat im Fernsehen über seinen Ehebruch gesprochen und damit weltweit Schlagzeilen gemacht. Charles' Vater Prinz Philip (99) soll Medienberichten zufolge "entrüstet" gewesen sein, als sein ältester Sohn zwei Jahre nach seiner Trennung von Diana 1994 in einem Interview mit Jonathan Dimbleby (76) über seine Affäre mit Camilla Parker Bowles (73) sprach. Eine Telefonumfrage der "Sun" ergab anschließend, dass zwei Drittel der Anrufer ihn für unfähig hielten, König zu sein.

Jonathan Dimbleby sprach Berichte der Boulevardmedien über die Affäre an und fragte Charles, ob er "versucht" habe, seiner Frau treu zu sein. Charles antwortete: "Ja, absolut." Auf die Nachfrage "Und, waren Sie es?" erklärte Charles: "Ja!" -fügte dann aber über seine Ehe hinzu: "Bis sie unwiederbringlich zerbrochen ist, haben wir beide es versucht." Der Schaden nach dem TV-Auftritt war groß - er soll unter anderem zu einem berühmten Vergeltungsinterview geführt haben..

Prinzessin Diana packte über Affären und Selbstverletzung aus

Skandal vorprogrammiert: Wenn Royals im TV auspacken
1995 sprach Prinzessin Diana im TV über ihre Eheprobleme.
© imago/ZUMA Press, SpotOn

Ein Jahr später gab nämlich auch Prinzessin Diana ein Interview im Fernsehen - mit Martin Bashir (58) von "BBC Panorama". Schätzungsweise 22,8 Millionen Menschen sahen zu, wie Charles' Ex über ihre Eheprobleme und ihre Essstörungen sprach. Sie gestand ebenfalls eine außereheliche Affäre, mit James Hewitt (62). Als Martin Bashir Diana fragte, ob Camilla ein "Faktor" für das Scheitern der Ehe gewesen sei, antwortete diese mit dem inzwischen berühmten Satz: "Well, there were three of us in this marriage, so it was a bit crowded." ("Nun, wir waren zu dritt in dieser Ehe, also war es ein bisschen überfüllt.")

Während des Interviews bestätigte Diana zudem Gerüchte, wonach sie sich selbst verletzte. "Wenn niemand auf dich hört oder du denkst, dass niemand auf dich hört, beginnen alle möglichen Dinge zu passieren", erklärte sie. "Zum Beispiel hast du so viele Schmerzen in dir, dass du versuchst, dich von außen zu verletzen, weil du Hilfe willst, aber es ist die falsche Hilfe, um die du bittest. [...]" Sie erklärte, dass sie sich an Armen und Beinen verletzt habe. "Ich mochte mich selbst nicht. Ich schämte mich, weil ich mit dem Druck nicht fertig werden konnte."

Einen Monat nach Ausstrahlung des Interviews gab der Buckingham Palast bekannt, dass Queen Elizabeth II. (94) Briefe an Charles und Diana geschickt hatte, in denen ihnen geraten wurde, sich scheiden zu lassen.

Zuletzt wurde Kritik an dem Zustandekommen des Interviews laut. In einer Dokumentation des britischen Senders ITV wurdne Vorwürfe laut, dass Martin Bashir die Prinzessin allein mit Hilfe gefälschter Dokumente zu dem Gespräch bewegt habe. Die BBC kündigte eine Untersuchung der damaligen Vorkommnisse an, die Prinz William als "Schritt in die richtige Richtung" sehr begrüßte.

Sarah Ferguson brach 2018 ein Interview ab

Sarah Ferguson (61), die Herzogin von York, brach 2018 ein "60 Minutes Australia"-Interview ab. Der Grund: Michael Usher (51) hatte sie auf einen falschen Geschäftsmann angesprochen, einen Undercover-Reporter, dem Sarah Kontakt zu ihrem Ex-Ehemann Prinz Andrew (61) vermittelt hatte - für 500.000 Pfund (etwa 580.000 Euro). "News of the World" hat die Ex-Schwiegertochter der Queen heimlich dabei aufgenommen, wie sie sagte: "Ich kann jede Tür öffnen, die Sie wollen, und ich werde es für Sie."

Als "Fergie", die gerade Oma geworden ist, jedoch von Michael Usher auf den Skandal von 2010 angesprochen wurde, verdrehte sie die Augen und schüttelte den Kopf, bevor sie sagte: "Versuchen Sie jetzt nicht, mich auszutricksen." Sie forderte dann, dass "dieser Teil" gelöscht werde, und verließ das Studio.

Prinz Andrew redete sich um Kopf und Kragen

ARCHIV - 03.06.2014, Niedersachsen, Göttingen: Prinz Andrew von Großbritannien, aufgenommen während eines Besuchs der Georg-August-Universität. Er bereut den Aufenthalt bei dem mittlerweile verstorbenen mutmaßlichen Sexualstraftäter Epstein. Andrew s
Prinz Andrews BBC-Interview sorgte für Negativschlagzeilen.
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Als desaströse PR-Panne gilt auch Prinz Andrews Interview mit Emily Maitlis (50) Ende 2019. Bei "BBC Newsnight" sprach der Sohn der Queen über seine freundschaftlichen Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953-2019).

Andrew erklärte in dem Interview, dass er seine Freundschaft mit Epstein nicht bereue. Er verteidigte auch den Aufenthalt bei ihm im Jahr 2010, nachdem dieser bereits verurteilt und inhaftiert worden war. Die Vorwürfe von Virginia Giuffre (37) - eine der Klägerinnen im Epstein-Skandal -, sie sei zum Sex mit dem Prinzen gezwungen worden, bestritt er. In der Nacht, in der er die junge Frau getroffen haben soll, habe er seine Tochter Beatrice (32) zu einem Kindergeburtstag gebracht.

Obwohl Prinz Andrew selbst angeblich den Eindruck hatte, dass das Interview "sehr gut" gelaufen sei, musste er anschließend von seinen royalen Aufgaben zurücktreten.

Im Video: Missbrauihsvorwürfe gegen Prinz Andrew

Prinz Harry verteidigte Meghans und seinen Weggang aus Großbritannien

Schon vor dem Gespräch mit Oprah Winfrey sorgte auch Prinz Harry mit einem TV-Auftritt für Aufsehen. In einem Interview mit James Corden (42) für dessen "The Late Late Show" sagte Harry im Februar unter anderem, die britische Boulevardpresse habe ein "toxisches Umfeld" geschaffen, das seine psychische Gesundheit zerstörte. Zudem erklärte er zum "Megxit", dass er und seine Frau "nicht von der königlichen Familie weggegangen" sind. Sie seien "zurückgetreten", aber nicht "abgetreten". Er habe das getan, "was jeder Vater oder Ehemann tun würde und habe überlegt, wie ich meine Familie da rausbringen kann".

Corden fragte Prinz Harry auch, was er von der Netflix-Serie "The Crown" halte, die das Leben der Queen nachzeichnet. Die TV-Show sei fiktiv, so der Enkel der Königin, und gebe nicht vor, der Wahrheit zu entsprechen. Er fühle sich mit "The Crown" viel wohler "als mit den Geschichten, die über meine Familie, meine Frau oder mich selbst geschrieben wurden", erklärte Harry, der zusammen mit Meghan selbst einen lukrativen Netflix-Deal abgeschlossen hat.

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