Interaktive Einkommensrechner

Mit diesem Gehalt gehören Sie bereits zu den Topverdienern

Wer als kinderloses Paar netto mehr als 5294 Euro im Monat an Einkommen zur Verfügung hat, ist damit besser gestellt als 90 Prozent der Menschen in Deutschland.
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10. Juli 2020 - 10:15 Uhr

Neue Einkommens-Studie

Topverdiener, das sind immer nur die anderen. Die wenigsten Deutschen würden sich dazu zählen. Aber wie viel muss man heute verdienen, um oben mitzuspielen? Das Institut der deutschen Wirtschaft hat aktuelle Daten ausgewertet und einen interaktiven Einkommensrechner erstellt. Damit kann man schnell erkennen, in welchem Bereich das eigene Gehalt liegt. Berücksichtig wird dabei auch der Familienstand und die Anzahl der Kinder. Das Ergebnis dürfte den ein oder anderen sicher überraschen.

Ab 3529 Euro Haushaltsnettoeinkommen gehört man zu den Topverdienern

Wer als kinderloses Paar netto mehr als 5294 Euro im Monat an Einkommen zur Verfügung hat, ist damit besser gestellt als 90 Prozent der Menschen in Deutschland. Dies ist das Ergebnis der Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, über die zuvor auch der Spiegel berichtete. Bei Singles liegt diese Schwelle bei 3529 Euro Haushaltsnettoeinkommen. Für ihre Analyse haben die Forscher die aktuell verfügbaren Daten aus der Haushaltsbefragung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) neu ausgewertet.

Das Haushaltseinkommen umfasst dabei alle Einnahmen der Haushaltsmitglieder. Das ist in erster Linie natürlich das Gehalt, es fließen aber auch Zinsen, Mieten, Unterhaltszahlungen oder Kindergeld in die Einnahmen mit ein. Das gesamte zur Verfügung stehende Haushaltseinkommen wird bei der Berechnung auf jedes Haushaltsmitglied heruntergerechnet. Das bedeutet im Beispiel oben: Verfügt das Paar über ein Einkommen von 5294 Euro, hat aber 2 Kinder unter 14 Jahren, dann ist es nur noch besser gestellt als 72 Prozent der Bevölkerung.

Unabhängig davon, ab welcher Einkommensschwelle man von Reichtum spricht, ordnen sich den Wissenschaftlern zufolge nur wenige Menschen selbst der Oberschicht oder den Reichen zu. "Bei Einschätzungen zum Thema Reichtum gehen Daten und Wahrnehmung besonders weit auseinander", sagt die an der Auswertung beteiligte IW-Verteilungsexpertin Judith Niehues. "Kaum jemand empfindet sich selbst als reich, gleichzeitig glauben viele, dass sehr große Teile der Bevölkerung reich sind."

Eine Expertin der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung weist darauf hin, dass sich bestehende Ungleichheiten durch die Corona-Krise weiter verschärfen dürften. "Nach einem Jahrzehnt mit kräftigem Wirtschaftswachstum und Rekordbeschäftigung ist die Ungleichheit in Deutschland weiter so hoch, dass man damit nicht zufrieden sein kann", sagte die wissenschaftliche Direktorin der Stiftung, Bettina Kohlrausch, der Deutschen Presse-Agentur.

Quelle: DPA / RTL.de