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Intensiv-Pfleger Ricardo Lange fassungslos: Antibabypille wird verharmlost, AstraZeneca ist der Buhmann!

Ricardo Lange macht seiner Wut bei Instagram Luft

Intensiv-Pfleger fassungslos: Antibabypille wird verharmlost, AstraZeneca ist der Buhmann!

Intensiv-Pfleger Ricardo Lange hat auf Instagram einen Brandbrief veröffentlicht.
Intensiv-Pfleger Ricardo Lange hat auf Instagram einen Brandbrief veröffentlicht.
Gall, Caroline [infoNetwork], Instagram/pfleger.ricardo

AstraZeneca-Impfstoff in vielen Ländern gestoppt - die Pille nicht

Bei einigen wenigen Fällen ist es nach einer Corona-Impfung mit dem Impfstoff AstraZeneca zu Blutgerinnseln gekommen. In einigen Ländern wird der Impfstoff deshalb vorerst nicht mehr verabreicht. Ein Intensivpfleger aus Berlin hat jetzt seinem Ärger darüber Luft gemacht – denn die Antibabypille, die immer noch sehr viele Frauen täglich einnehmen, birgt ein ähnliches Risiko.

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Angst nach Blutgerinnseln und Impfstopp

Seit vor ein paar Tagen Nebenwirkungen und sogar Todesfälle nach Impfungen vom Hersteller AstraZeneca bekannt geworden sind, haben einige Länder den Impfstoff aus dem Verkehr gezogen. So wird in Estland, Litauen, Luxemburg, Lettland, Dänemark, Irland, Norwegen und Bulgarien dieser Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns vorerst nicht mehr verwendet. In Deutschland gibt es bisher elf Meldungen derartiger Fälle bei 1,2 Millionen Impfungen.

Ricardo Lange ist Intensivpfleger in einem Berliner Krankenhaus. Seit rund einem Jahr hat er täglich mit Corona-Infizierten zu tun. Auf seinem Instagram Profil und im „Tagesspiegel“ schreibt er regelmäßig über seine Wahrnehmung des Virus – und über die Panikmache rund um AstraZeneca:

„Es gibt ein Medikament, welches in Deutschland millionenfach verschrieben wird, und bei dem diese Nebenwirkung - ausgelöst durch ein Blutgerinnsel - belegt und beschrieben ist.“, postet er auf Instagram. „Ich spreche von der Pille für die Frau!“

Die nämlich birgt ein nicht gerade geringes Risiko, eine Thrombose zu erleiden.

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Thromboserisiko Pille - aber AstraZeneca ist der Buhmann

Immer noch ist die Pille das beliebteste Verhütungsmittel in Deutschland. 47% der erwachsenen, sexuell aktiven Frauen verhüten damit. Auch aus kosmetischen Gründen, wie etwa reinerer Haut oder einem größeren Busen wird die Pille häufig eingenommen.

Viele Frauen schluckten die Antibabypille viel zu leichtsinnig, schreibt Pfleger Ricardo Lange auf Instagram:

„Wisst ihr was ich an der ganzen Sache pervers finde? Dass es heute zum guten Ton gehört, dass eine Frau die Pille nimmt. Selbst junge Mädchen werden von ihren Eltern zum Arzt begleitet, sobald das berühmte „Erste Mal“ im Raum steht.“

Dabei ist laut einer Studie der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA das Risiko für Thrombosen und Lungenembolien bei einigen neuen Pillen der dritten und vierten Generation eineinhalb bis zweimal so groß wie bei den älteren Pillen. Das heißt: Von 10.000 Frauen, die mit so einer Pille verhüten, erleiden 9 bis 12 Frauen eine Thrombose. Zum Vergleich: Bei Frauen, die nicht mit der Antibabypille verhüten, kommt eine Thrombose bei nur etwa zwei von 10.000 Frauen vor.

Lese-Tipp: Wie schlimm eine Thrombose sein kann, hat unsere Kollegin erlebt.

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Pfleger macht seinem Ärger Luft

Für Pfleger Ricardo Lange ist es unbegreiflich, warum die Antibabypille mit ihrer Thrombose-Gefahr so verharmlost wird, während bei der AstraZeneca Impfung seiner Meinung nach Panikmache betrieben wird.

„Bei der „Vergnügungspille werden solche schwerwiegenden Nebenwirkungen wie die Thrombose ohne mit der Wimper zu zucken in Kauf genommen, und bei einer Impfung, die Leben retten oder schwere Erkrankung verhindern kann, wird ein riesen Fass aufgemacht, obwohl ein Zusammenhang noch nicht einmal erwiesen ist.“, schreibt er auf Instagram.

Auf RTL-Nachfrage erklärt er außerdem:

„Ich bin der Meinung, dass es falsch ist, dass Menschen durch eine Impfpflicht oder Privilegien zu einer Impfung gedrängt werden. Genauso falsch finde ich es aber, dass Menschen durch Angstmacherei und Hetzerei von einer Impfung abgebracht werden sollen. Jeder sollte seine Entscheidung selbst treffen, durch sachliche Aufklärung.“

Eine Thrombose kann tödlich enden

Eine Thrombose wird durch ein Blutgerinnsel hervorgerufen. Es handelt sich um einen Blutpropfen, der sich in Arterien oder Venen bildet. Dieser Propfen verhindert, dass das Blut fließen kann. Und passiert das nicht, besteht die Gefahr einer sogenannten Embolie. Organe werden dann nicht mehr ausreichend mit Blut oder Sauerstoff versorgt. Es besteht Lebensgefahr!
Außerdem können langfristige, irreparable Schäden auftreten.

Das sind typische Symptome für eine Thrombose:

  • Schwellungen
  • Schmerzen
  • rote oder bläuliche Verfärbung der Haut
  • Fieber
  • erhitzte Stellen an der Haut

Thrombosen treten am häufigsten in den Beinen auf, können aber auch in den Armen vorkommen. In jedem Fall sollten Sie schnell einen Arzt aufsuchen.

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