Gesund - oder einfach zu viel für den Körper?

Instagram-Trend Trockenfasten: Jetzt warnen Experten vor der gefährlichen Diät!

Die Influencerin Sophie Partik hat eine Welle des Trockenfastens angestoßen. Sie selbst sagt: "Es ist nicht für jeden etwas!"
© Instagram, pimpyourprana, Instagram/pimpyourprana

20. Februar 2020 - 12:41 Uhr

Yoga-Meisterin und Influencerin löst Trockenfasten-Welle aus

Die österreichische Yoga-Meisterin und Influencerin Sophie Partik sagt: Trockenfasten hat mir geholfen, meine Gesundheit wieder in den Griff zu bekommen. Sie litt unter schmerzenden Gelenken, geschwollenen Augen, Nahrungsmittelallergien, schlechter Haut und Verdauungsproblemen. Doch dann riet ein Freund ihr zu Trockenfasten. Sie meidet konsequent Leitungs- und Flaschenwasser, Flüssigkeit nimmt sie seitdem ausschließlich über Obst und Gemüse, Säfte und Kokoswasser zu sich - und es geht ihr besser denn je. Mit ihren Postings bei Instagram hat sie jetzt eine regelrechte Trockenfasten-Welle ausgelöst. Doch Experten warnen: Trockenfasten kann sehr gefährlich sein!

Darum geht es beim Trockenfasten

In einer Trockenfasten-Einheit gilt: Kein Flüssigkeit und keine Nahrung - und das für 14 Stunden. Danach gibt es nur Obst, viel Gemüse, leckere Säfte und frisches Kokoswasser. Das in den Säften gebundene Wasser sei viel gesünder als herkömmliches Leitungs- oder Mineralwasser, so Sophies Überzeugung. Doch Experten auf der ganzen Welt warnen nun davor, den Trend nachzuahmen. 

Yoga-Lehrerin Sophie Partik sagt: Trockenfasten hat meine Gesundheit gerettet
Yoga-Lehrerin Sophie Partik sagt: Trockenfasten hat meine Gesundheit gerettet
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Ernährungsexpertin: "Hochgradig unverantwortlich"

Der Mensch braucht regelmäßige Wasserzufuhr, um seinen Organismus und vor allem die Nieren von Giften und Säuren zu befreien. Ansonsten drohen Nierensteine und Harnleiter-Entzündungen. "Das ist der lächerlichste Diät-Trend, den ich je gesehen habe", sagte zum Beispiel englische Ernährungsexpertin Nichola Ludlam-Raine der britischen Presse. "Den Leuten zu sagen, sie sollten kein Wasser trinken, ist hochgradig unverantwortlich."

Der Mensch braucht Wasser zum Leben

In der Tat gibt es in der Forschung kaum Studien, die den positiven Effekt von Trockenfasten belegen. Unser Körper besteht je nach Alter aus 70 bis 50 % Wasser. Es wird benötigt, um die Verdauung zu unterstützen, Gifte auszuspülen und essentielle Körperflüssigkeiten wie zum Beispiel Speichel zu produzieren. Kein Wasser zu trinken kann zu Kopfschmerzen, Müdigkeit, trockener Haut und Ohnmacht führen. Zudem führe die Ernährung nur durch Gemüse, Säfte, Obst und Kokoswasser dem Körper auch zu viel Fruchtzucker zu, monieren die Experten.

Fasten am besten immer mit dem Hausarzt besprechen

Auch RTL-Ernährungsexpertin Nora Rieder rät, diese Form des Fastens nur sehr begrenzt und sehr vorsichtig zu praktizieren. Wer länger als fasten möchte, sollte dies ärztlich begleiten lassen: "Wenn Sie länger als drei Tage trockenfasten möchten, sollten Sie unbedingt im Vorfeld Ihren Hausarzt konsultieren – das gilt übrigens bei jeder Art des Fastens, die über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden soll." Wer Symptome wie niedrigen Blutdruck, Kreislaufbeschwerden, Herzrasen, Konzentrationsprobleme bis hin zu völliger Lethargie an sich bemerkt, sollte das Fasten sofort abbrechen und einen Arzt aufsuchen, wenn es nicht besser wird, so die Expertin.

Sie rät: "Wer seinem Körper etwas Gutes tun möchte, kann auch eine andere, weniger radikale Form des Fastens wählen. Die positiven Auswirkungen von Intervallfasten oder Heilfasten sind ähnlich, nur nicht ganz so extrem. Dafür sind aber auch die Vorgaben moderater und gerade für Menschen, die das erste Mal fasten, leichter umzusetzen."

Wasser in Früchten mit ganz besonderen Eigenschaften?

Doch nicht nur Experten warnen vor dem Nachahmen des Trends: Auch Influencerin Partik sagt klipp und klar: "Es ist nicht für jeden was." Sie fühlt sich auch missverstanden. Sie weißt darauf hin, dass sie ja sehr wohl trinke - nur eben kein normales Wasser mehr: "Ich trinke! Aber ich trinke eben kein Wasser!", schreibt sie bei Instagram. "Hätte mir jemand vor ein paar Jahren über all das erzählt, hätte ich es eventuell auch nicht geglaubt." Alleine ihre Verzweiflung über ihren Gesundheitszustand habe dazu geführt, "etwas Außergewöhnliches" zu probieren.

Sie weist deswegen daraufhin, dass das in Säften, Gemüse und Früchten enthaltene Wasser eine andere Qualität habe. Denn es handele sich um sogenanntes strukturiertes beziehungsweise hexagonales Wasser. Die Theorie vom sogenannten H3O2-Wasser geht auf den US-Amerikaner Gerald H. Pollack zurück und steht im Widerspruch zum allgemein anerkannten Stand des Wissens.