Gigantisches Zeichen der Liebe

Mann aus Indien baut Taj-Mahal-Kopie für seine Frau

30. November 2021 - 15:49 Uhr

Berühmtestes Grab der Welt originalgetreu nachgebaut

Es wirkt wie der Beweis dafür, dass Liebe tatsächlich keine Grenzen kennt: Ein Mann aus Indien hat für seine Frau eine Kopie des Taj Mahal anfertigen lassen – originalgetreu und ein Drittel so groß wie das weltberühmte Mausoleum. Aber der Bau soll nicht nur ein Liebesbeweis, sondern auch ein starkes Zeichen gegen die Verbreitung von Hass sein. Welche Rückschläge Anand Prakash Chouksey beim Bau verkraften musste, berichtet er im Video.

Taj Mahal gehört zum Unesco-Weltkulturerbe

"Es war ein Geschenk für meine Frau, aber auch für die Stadt und ihre Bewohner", erklärte Chouksey gegenüber dem britischen Sender "BBC". Das Bauwerk steht in der indischen Stadt Burhanpur – etwa 800 Kilometer südlich von Agra, wo sich das Original befindet. Das Taj Mahal wurde im 17. Jahrhundert vom damaligen Großmogul Shah Jahan aus weißem Marmor für seine verstorbene Frau Mumtaz Mahal gebaut: als Zeichen seiner Liebe. Es ist Teil des Unesco-Weltkulturerbes.

Indien: Nachbau des Mausoleums dauerte 3 Jahre

Kleiner, aber feiner Unterschied: Choukseys Frau lebt noch. Er reiste mit ihr immer wieder nach Agra, um sich von dem monumentalen Bau inspirieren zu lassen. Der Nachbau kostete umgerechnet rund 236.000 Euro und dauerte drei Jahre. Der Lehrer ließ dafür Handwerker aus ganz Indien anreisen. Wie das echte Taj Mahal ist auch die kleinere Version für Besucher geöffnet.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Keine Grabstätte, sondern Wohnung mit Meditationsraum

Taj Mahal, Indien
Das Original steht in der indischen Stadt Agra.
© digiphot

Anders als das Original allerdings ist das kleinere Taj Mahal keine Grabstätte, sondern bewohnbar. Es gibt unter anderem mehrere Schlafzimmer, eine Bibliothek und einen Raum zum Meditieren. "Meine Frau hatte nur eine einzige Forderung: Sie wollte einen guten Meditationsraum im Haus haben", erklärte Chouksey. "Also sagte ich den Ingenieuren, sie sollten sich besonders auf den Meditationsraum konzentrieren."

Die Innenausstattung ist seinen Angaben zufolge nicht streng islamisch gehalten – auch das ist ein Unterschied zum echten Mausoleum.

Kleiner Taj Mahal soll Zeichen gegen Hass sein

Der kleine Taj Mahal soll auch etwas Verbindendes haben, sagte Chouksey: "Es gibt in unserem Land viel Hass heutzutage. Die Menschen werden im Namen von Glauben und Kaste gespalten." Seit Jahren gibt es Vorwürfe gegen den hinduistischen Premierminister Narendra Modi, er wolle aus Indien einen "Hindu-Staat" machen und Muslime ausgrenzen. In Indien leben rund 1,4 Milliarden Menschen, davon 80 Prozent Hindus. Etwa 200 Millionen Menschen sind Muslime. (bst)