Er ist der einzige Mann im Geburtshelfer-Studiengang Hier hilft Hebammen-Student Florian (43) einer Puppe bei der Entbindung

Florian Greller will Hebamme werden - an Emily übt er den Ernstfall!
Auf die Geburt sollte man als Hebamme vorbereitet sein. Dank Emily können die Geburtshelfer-Studenten jeden einzelnen Schritt genau durchgehen. Das ist auch für die einzig angehende männliche Hebamme etwas ganz Besonderes.
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Nur EIN Mann will Hebamme werden
„Emily, ruhig atmen. Super. Sehr gut machst du das.“ Mit diesen Worten beruhigt Hebammen-Student Florian Greller seine Patientin Emily. Er gibt alles, damit die Geburt so reibungslos wie möglich abläuft. „Spürst du die Wehe“, fragt er Emily und sie antwortet. Alles ziemlich real. Und das, obwohl Emily eine Puppe ist und die Geburt eine Simulation. Aber eine sehr realitätsnahe. „Also in dem Moment, wo es heißt, die Simulation startet, da merkt man nicht mehr, dass man in der Simulation ist. Man ist dabei“, erklärt der Student im Gespräch mit RTL. Die Puppe gehört zur neuen Trainingseinrichtung der Uni Osnabrück für alle angehenden Hebammen. Seit zwei Jahren können Frauen und Männer hier Hebammenwissenschaft studieren. Florian Greller ist der erste und einzige Mann in Osnabrück, der das auch macht. „Wir sind so ein bisschen Exoten und ich hoffe, dass hier noch ein zweiter Mann kommt.“ Denn Männer, so sagt er, können das genauso gut.
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Neubeginn mit Anfang 40

Mit Anfang 40 hängt Florian seinen Job als Versicherungskaufmann an den Nagel und folgt seinem Herzen. „Das hat lange in mir geschlummert. Hab mich aber lange nicht getraut“, so der 43-Jährige im Interview. Vor zwei Jahren wagt er jedoch den Schritt und ist mittlerweile im fünften Semester des Studiengangs Hebammenwissenschaft. Auch wenn es für seine Berufswahl meistens viel Anerkennung gibt, auch mit Vorurteilen hat der Geburtshelfer zu kämpfen. „Ja, es gibt Ablehnungen, aber das ist so gering“, sagt Florian und Herausforderungen müsse man halt auch händeln können, so der 43-Jährige weiter. Genau wie die Geburtshilfe bei Emily. Auch wenn es nur eine Simulation ist, jeder Handgriff muss sitzen. „Tief Luft holen und normal weiter, weiter, weiter. Super machst du das“, feuert Florian seine Patientin an und dann ist es soweit. „Ja super. Guck mal, die Magdalena ist da.“ Geburt geschafft.
Bald ist Florian studierte Hebamme
So schnell geht es im echten Leben aber meistens nicht, weiß der Student. „Hier bin ich eine halbe Stunde, im Kreißsaal bin ich acht Stunden und begleite die Frauen zum Teil sehr sehr lange über alle Geburtsphasen.“ Den großen Vorteil sieht die angehende männliche Hebamme darin, dass man bei dieser Trockenübung auch Fehler machen darf. „Ich sehe mich auf dem Monitor, wie ich agiere und dann kommt so ein Aha-Moment, wieso habe ich das jetzt so gemacht“, erklärt Florian. Und dann, so sagt er, kommt hoffentlich der Lernerfolg. Noch zwei Semester, dann ist der 43-Jährige fertig ausgebildet und kann dann seinen Traum als männliche Hebamme richtig leben.
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