Corona-Tests könnten viel schneller gehen

Langes Warten auf Testergebnisse: Deshalb hakt es in den Laboren

23. November 2020 - 20:43 Uhr

Laborärzte kritisieren fehlende Digitalisierung

Bis zu eine Woche dauert es, bis Patienten an die Ergebnisse ihrer Corona-Tests kommen. Eine Woche, in der sie nicht wissen, ob sie sich auf schlimmere Symptome einstellen müssen oder Freunde und Familienmitglieder anstecken könnten. Die Labore sind überlastet heißt es, deshalb wurde auch die Teststrategie umgestellt. Im RTL-Interview sagt der Verband der Laborärzte aber: Das Problem sind die "fehlenden digitalen Strukturen."

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Bürokratie sorgt für Verzögerungen

Tagelange ausharren in Quarantäne, warten auf den Anruf des Hausarztes, checken der Corona-App oder das Eingeben der Kennung, auf der Website, die das Ergebnis anzeigen soll. Und dann immer wieder Frust: Immer noch Fehlanzeige. Dabei könnte es viel schneller gehen, sagt Andreas Bobrowski vom Berufsverbands Deutscher Laborärzte (BDL):

"Die Labore haben sich bemüht, innerhalb der 24 Stunden ihre Ergebnisse abzuliefern, aber die Weitergabe an den Patienten, die Weitergabe an die Gesundheitsämter ist auf Grund der fehlenden digitalen Struktur nach wie vor unser größtes Problem."

Zwar gibt es auch Probleme bei der Material-Beschaffung, für die Laborärzte sei der bürokratische Aufwand durch die fehlende Digitalisierung aber sogar ein "größeres Problem als die Beschaffung von Testkits und sonstigen Plastikmaterialien."

Gesundheit über Datenschutz

Auch in der Corona-App steckt noch viel Potential. Zwar soll es bald erste Verbesserungen geben, Bobrowski fordert aber, dass beispielsweise der Datenschutz zu Gunsten der Gesundheit zumindest ein wenig gelockert werden sollte:

"Das heißt, dass zum Beispiel, wenn sich jemand für die App entscheidet, er auch automatisch dazu seine Zustimmung gibt, dass im Falle eines positiven, aber auch negativen Ergebnisses, das auch in die App weitergeben kann."

Das befürworten auch 56% der Bürger, wie eine aktuelle RTL-Forsa-Umfrage ergibt. Der Verband der Deutschen Laborärzte hält das vor allem dann für sinnvoll den Datenschutz für eine genauere Nachverfolgung von Kontakten einzuschränken, "wenn der User von sich aus sagt, 'ich möchte gerne informiert werden, wo ich diese Kontakte gehabt habe.'"

Dass eine erfolgreiche Corona-App helfen kann, zeigt Finnland. Dort liegt die Akzeptanz der dortigen Corona-App in der Bevölkerung viel höher und fast 100% der Nutzer tragen ihre Ergebnisse ein. Auch deshalb ist die Zahl der Infektionen dort viel niedriger.

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