Bauarbeiten im neuen Jahr könnten Gefahr an die Oberfläche bringen

In Bremen werden täglich alte Kriegskampfmittel gefunden!

Eine entschärfte 250kg US-Fliegerbombe liegt am 02.10.2014 in einem Wald in Potsdam (Brandenburg). Der Blindgänger aus dem 2.Weltkrieg wurde in der Nähe des Potsdamer Regierungsviertels entdeckt. Foto: Ralf Hirschberger/dpa
Solche Nachkriegsbomben liegen auch immer noch im gesamten Norden unter der Erde/ Symbolbild
picture alliance / dpa, Ralf Hirschberger

Das Innenministerium Niedersachsen rechnet für das kommende Jahr mit mehr Bombenfunden in Niedersachsen und der Hansestadt Bremen. Als Grund dafür werden zahlreiche Baustellen- und Straßenarbeiten genannt. Auch in Hamburg werden regelmäßig noch Sprengstoffe gefunden.

Mehr als 100 Tonnen Kampfmittel ausgegraben

Im Jahr 2021 gab es trotz Einschränkungen durch die Corona-Pandemie bereits einen Anstieg bei den geborgenen Kampfmitteln. Das geht aus dem Ende September vorgestellten Bericht des Kampfmittelbeseitigungsdienstes hervor. Demnach wurden in dem Jahr rund 156 Tonnen Kampfmittel aus der Zeit der beiden Weltkriege geborgen und entsorgt. In 2020 waren es 111 Tonnen. In etwa 13 Prozent der Einsätze wurden Bomben direkt am Fundort kontrolliert gesprengt.

Im Wasser verborgen

Besonders in der Nord- und Ostsee lauern laut Regierung alte Gefahren. Dort geht man von einer Gesamtbelastung von circa 1,6 Millionen Tonnen konventioneller Kampfmittel und 5000 Tonnen Kampfstoffmunition aus. Auch beim Bau von Windparks in der Nordsee werden häufig alte Bomben gefunden. Bei Entschärfungen in Wohngebieten müssen regelmäßig Anwohner evakuiert werden. Nicht immer klappt das einwandfrei, wie etwa bei einem Bombenfund in Hannover.

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"Man kann sagen, dass in Bremen jeden Tag Kampfmittel gefunden werden"

In Bremen wurden in diesem Jahr bis Ende Oktober rund 340 Bomben und Granaten sowie 350 Kilogramm sonstiger Kampfmittel beseitigt. Damit werden fast täglich Funde der Polizei gemeldet, so die Behörde gegenüber der Dpa. Meist bekomme die Bevölkerung davon nichts mit. Im Jahr 2021 wurden in dem Bundesland 5,5 Tonnen Kampfmittel beseitigt. 21 Blindgänger wurden dabei am Fundort gesprengt. Seit Kriegsende wurden in Bremen mehr als 16 000 Bomben entschärft.

Mehr als tausend Bomben in Hamburg?

Mehr als 200 Weltkriegsbomben und Granaten sind 2022 in Hamburg geborgen und sichergestellt worden. Wie viele Sprengsätze insgesamt noch in der Elbstadt vergraben sind, ist unklar. Ein Ende sei nicht in Sicht, sagte Sprengmeister Michael Hein auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Theoretisch könnten es noch über 1300 Bomben sein.“ Teilweise befinden sich unter den Funden der vergangenen Jahre extrem gefährliche Bombentypen. Außerdem können austretende Stoffe die Umwelt in Gefahr bringen. (dpa/lsi)