Nur ein kleiner Pikser?

Impfungen für das Baby: Sollte man das Baby impfen lassen?

Impfungen für das Baby sind bei Eltern ein umstrittenes Thema: Was bringen die Spritzen wirklich im Kampf gegen Kinderkrankheiten?
Impfungen für das Baby sind bei Eltern ein umstrittenes Thema: Was bringen die Spritzen wirklich im Kampf gegen Kinderkrankheiten?
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25. September 2020 - 10:21 Uhr

Impfungen: Der richtige Weg, um das Baby zu schützen?

Kaum ein Thema beschäftigt frisch gebackene Mütter und Väter so sehr wie die Frage des Impfens. Allen Eltern liegt die Gesundheit ihres Kindes am Herzen, jedoch besteht bei vielen Unsicherheit darüber, ob Immunisierungen beim Baby der richtige Weg sind, um es vor Krankheiten oder langfristigen Folgeschäden zu schützen. In diesem Artikel haben wir für Sie die wichtigsten Informationen rund um das Thema Impfen beim Baby zusammengestellt, um Sie bei dieser wichtigen Entscheidung zu unterstützen. 

Die Baby Impfungen im ersten Jahr

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (STIKO) empfiehlt, mit den Standardimpfungen bereits wenige Wochen nach der Geburt zu beginnen. Im Alter von zwei Monaten wird die erste Sechs-Fach-Impfung verabreicht, die im Alter von drei, vier und elf Monaten wiederholt wird. Diese schützt das Kind vor Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung, Keuchhusten, HIB (Haemophilus Influenza Typ 1 B) und Hepatitis B (Leberentzündung).

Im zweiten Lebensmonat ist zudem eine Impfung gegen Pneumokokken vorgesehen, die Lungenentzündungen und Hirnhautentzündungen verursachen können. Darüber hinaus steht im Alter von elf Monaten die Grundimmunisierung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken an.

Weitere Impfungen beim Baby

Im zwölften Lebensmonat empfiehlt die STIKO eine Immunisierung gegen Meningokokken C. Diese Erreger können Blutvergiftungen oder bakterielle Hirnhautentzündungen auslösen, mitunter mit tödlichem Ausgang. Ab dem 15. Monat wird eine zweite Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken verabreicht.

Die nächsten Standardimpfungen erfolgen erst im Alter von fünf bis sechs Jahren, jedoch besteht die Möglichkeit bei Bedarf auch weitere Impfungen durchzuführen. Beispielsweise können vor Fernreisen mit dem Baby Impfungen gegen im Zielland gängige Krankheiten vorgenommen werden.

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Warum empfehlen Ärzte Impfungen beim Baby?

Viele Eltern haben das Gefühl zwischen zwei Übeln entscheiden zu müssen: einerseits wird vor allem im Internet vor sogenannten Impfschäden gewarnt, andererseits können viele der sogenannten Kinderkrankheiten gefährliche Folgen mit sich bringen. Viele Kinderärzte raten Eltern deshalb dazu, ihr Baby entsprechend des Impfplans der STIKO immunisieren zu lassen.

Auf diese Weise können sie beispielsweise dem Risiko vorbeugen, dass das Kind als Folge einer Windpocken- oder Masernerkrankung eine Mittelohr- oder Lungenentzündung sowie in schlimmeren Fällen auch eine Enzephalitis (Entzündung des Gehirns) erleidet. Diese und weitere Gefahren bis hin zum tödlichen Krankheitsverlauf soll ein umfassender Impfschutz des Babys eindämmen.

Was spricht gegen eine Schutzimpfung beim Baby?

Auf der anderen Seite stehen das Argument, dass jede Impfung eine Körperverletzung darstellt, sowie die Sorge vor Folgeschäden, die das Impfen beim Baby auslösen kann. Zwar ist die These, dass Impfungen Autismus hervorrufen können, schon seit Langem widerrufen, doch fürchten viele Eltern auch das Auftreten anderer akuter oder chronischer Krankheiten.

Allergien, Hirnhautentzündungen, Multiple Sklerose, Nervenentzündungen oder rheumatische Arthritis sollen die Immunisierungen nach Mutmaßung der Impfgegner zur Folge haben. Weitere Fragen, die sich in diesem Zusammenhang stellen, betreffen etwa die Verträglichkeit der in den Impfstoffen enthaltenen Zusätze wie etwa Konservierungsstoffe oder auch die Sorge, dass das unreife Immunsystem des Babys durch die Impfungen zu sehr belastet wird.

Impfungen beim Baby – Ja oder Nein?

Letztendlich ist dies eine Entscheidung, die niemand den Eltern abnehmen kann. Hilfe erhalten Väter und Mütter jedoch bei ihrem Kinderarzt, der Fragen beantworten und die Vor- und Nachteile der Schutzimpfungen sowie den Unterschied zwischen harmlosen Impfreaktionen und schwerwiegenderen Impfschäden erklären kann. Viel Verunsicherung entsteht bei jungen Familien oftmals durch die Flut an widersprüchlichen Berichten, die das Internet zu diesem Thema bietet.

Ob Internetseiten zuverlässig und die darin propagierten Informationen wissenschaftlich belegt sind, ist meist nur schwer ersichtlich. Besonders aus diesem Grund sollte das Gespräch mit einem Mediziner gesucht werden. Denn dieser ist sowohl mit den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen als auch mit den Sorgen junger Eltern vertraut und kann jeder Familie helfen, eine für sie passende Antwort auf diese Frage zu finden.