Reiseangebot mit dem gewissen Extra

Impfdosis inklusive: Reiseveranstalter wirbt mit Impfreisen ins Ausland

Traumreisen nach Israel, die Seychellen oder in die Vereinigten Arabischen Emirate? Ein Reiseanbieter wirbt jetzt mit seiner Idee von Impfreisen.
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11. Februar 2021 - 23:27 Uhr

Reiseveranstalter will ab Ende März Impfreisen anbieten

Eine Reise nach Israel oder auf die Seychellen – das klingt in Corona-Zeiten für viele Touristen ebenso verlockend wie unrealistisch. Ein Reiseanbieter aus Hamburg will ab Ende März nicht nur den Urlaub ermöglichen, sondern will ihn seiner Idee nach direkt mit einer Corona-Impfung verbinden.

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Plan des Veranstalters: Impfreisen in Länder wie Israel, Großbritannien oder die Vereinigten Arabischen Emirate

"Als Europas führender Anbieter von Gesundheits- und Wellnessreisen erarbeiten wir mit unseren Hotelpartnern aktuell Konzepte, wie Sie, während einer Reise mit uns, eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten können. Diese findet im Rahmen eines Gesundheitsurlaubs bei einem fachkundigen Arzt statt." So beschreibt der Reiseveranstalter die Idee auf seiner Webseite. Ziel sei es, dass möglichst bald möglichst viele Menschen geschützt seien. Für die ersten Impftouristen könne es schon Ende März losgehen.

Der Anbieter nennt die Reisen "Erholungs- und Gesundheitsurlaube", in der Regel sollen sie drei bis vier Wochen dauern. In dieser Zeit würden die Touristen dann seiner Idee nach in Ländern wie Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder auf den Seychellen bei Ärzten geimpft.

Veranstalter: Reisende nehmen der örtlichen Bevölkerungen nicht die Impfungen weg

Der Bevölkerung in den Zielländern nehme man damit nicht die Impfung weg, so der Anbieter. Die Möglichkeit einer Impfung bestehe erst, wenn die Menschen vor Ort weitestgehend geimpft seien. Man sei mit verschiedenen Ländern in Kontakt, die mit den Impfungen bereits sehr weit seien. "Es ist uns sehr wichtig, dass niemand einen Nachteil erleidet, der von den lokalen Regelungen bevorzugt werden würde."

Einen genauen Preis nennt der Reiseveranstalter auf seiner Webseite noch nicht – man gehe 2.000 bis 3.000 Euro aus, die Kosten für die Impfung kämen noch hinzu.

Auf RTL-Anfrage lässt uns der Veranstalter folgendes Statement zukommen: "In der letzten Zeit erreichen uns vielen Kundenanfragen, ob man nicht einen Gesundheitsurlaub mit einer COVID-19-Impfung verbinden könnte, diesem Interesse gehen wir mit größter Sorgfalt nach. Derzeit informieren wir auf unser Website www.fitreisen.de/impfreisen ausschließlich über das Thema Impfreisen. Interessierte, die sich weiterhin über das Thema informieren möchten, können sich bei uns unverbindlich registrieren. Aktuelle Angebote führen wir jedoch nicht."

Lauterbach kritisiert die Idee von Impfreisen: "unethisches Geschäftsmodell"

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bezeichnet gegenüber dem WDR die Idee von Impfreisen als "unethisches Geschäftsmodell" und führt hypothetisch an: "Selbst wenn beispielsweise in Israel alle Einheimischen geimpft wären, dann müsste das zur Verfügung stehende Restmaterial an Impfstoff dort ausgegeben werden, wo es am nötigsten gebraucht wird und nicht bei denjenigen, die sich eine solche Reise leisten können." Die übrigen Impfstoffe sollten stattdessen bedürftigen, ärmeren Ländern zur Verfügung gestellt werden. Die Iraelische Botschaft wies diese Kritik jedoch von sich, da das Land bei den Plänen so gar nicht mitmachen will.

Idee der Impfreisen sorgt offenbar für Konflikte

Laut Veranstalter sei man mit verschiedenen Ländern in Gesprächen. Aus der Botschaft Israels in Berlin beispielsweise konnte RTL hingegen die Information erhalten, dass dieses Gedankenmodell so in Israel nicht der Realität entsprechen werde. "Aufgrund von zahlreichen Anfragen und veröffentlichten Presseberichten in den vergangenen Tagen, möchten wir als Vertreter des Ministeriums für Tourismus des Staates Israel betonen, dass es keine Möglichkeiten für Touristen in Israel gibt, sich impfen zu lassen. Es werden keine Impfreisen angeboten. Impfungen erhalten ausschließlich die Einwohner Israels. Wir hoffen weiter, dass Israel schnellstmöglich die Impfung der Bevölkerung abschließen kann und der Weg zu einer Normalität nicht mehr weit ist. Es sind bereits 3,6 Millionen Einwohner geimpft und Israel zählt damit nach wie vor zu den Ländern mit den erfolgreichsten Impfquoten." so Ella Zack Solomon, Direktorin Staatliches Israelisches Verkehrsbüro für Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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