Der große Antikörper-Test

Immer mehr Corona-Infektionen bei Kindern: Wie kommt es zu dem rasanten Anstieg der Inzidenz?

04. Mai 2021 - 16:44 Uhr

Im Video: Ist die Dunkelziffer der infizierten Kinder viel höher?

Bauchschmerzen, Durchfall, Fieber und Husten sind bei den Kleinsten typische Symptome auf das Coronavirus. Doch laut einer Studie hatten knapp 9 Prozent der Schulkinder bereits unbemerkt Corona. Unsere Extra Redaktion hat einen großen Antikörper-Test gemacht und Blutproben von 15 Kindern aus 15 Schulen genommen. Wie das ausgegangen ist, sehen Sie im Video.

Über 50 % der Kinder haben keine Symptome!

In einer Studie haben Forscher des Helmholtz Zentrums in München das Blut von über 26.000 Kindern untersucht und geschaut, wer bereits Antikörper gegen das Virus gebildet hat. Studienleiterin Frau Professor Annette-Gabriele Ziegler war erstaunt, wie hoch die Dunkelziffer der unerkannt erkrankten Kinder wirklich ist.

"Drei bis viermal so viel wie eigentlich durch PCR gemeldet. Das ist ein wichtiger Befund, der auch dadurch zustande kommt, dass Kinder sehr häufig keinerlei Symptome haben. Wir haben das mit einem Fragebogen abgefragt und festgestellt, dass über 50 % der Kinder keine Symptome haben."

297 Kinder leiden an PIMS - eine Spätfolge der Coronaerkrankung

Die Kinder, die an Corona erkranken, haben meist einen milden Verlauf. Doch dass es auch anders ausgehen kann, zeigt der Fall der kleinen Louiza aus Nordsachsen. Die Vierjährige hat Anfang des Jahres eine Coronainfektion mit nur milden Symptomen durchlebt. Doch Wochen später fieberte sie stark und musste auf die Kinderintensivstation. Die Diagnose: PIMS (Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome) – eine heftige Spätfolge einer Coronaerkrankung, die Entzündungen im Körper der Kinder auslöst. Bislang wurde die Krankheit bei 297 Kindern und Jugendlichen in Deutschland festgestellt. Prof. Dr. med. Dominik Schneider ist Leiter der Kinder und Jugendklinik in Dortmund und kennt sich mit PIMS besonders gut aus, da er genau vor einem Jahr den ersten PIMS-Fall in Deutschland betreute.

"Das PIMS-Syndrom ist eine sehr seltene Komplikation, weniger als 1 % der Kinder mit einer Infektion entwickeln das. Das ist eine sehr starke Entzündungsreaktion, die wie ein Sturm durch den Körper der Kinder läuft und die mit sehr hohem Fieber einhergeht."

Aber es gibt gute Nachrichten: Die meisten Kinder kommen gut aus der Erkrankung raus und werden danach auch schnell wieder fit. Auch die kleine Louiza konnte nach zwei Wochen aus dem Krankhaus entlassen werden und ist jetzt wieder fast vollständig gesund.

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