Globuli statt herkömmliche Arzneimittel?

Homöopathie für Babys als Alternative zur Schulmedizin

Können homöopathische Heilmittel auch bei kranken Babys ihren Zweck erfüllen?
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23. September 2020 - 16:19 Uhr

Baby ist krank: Hilft wirklich nur das Antibiotikum?

Wenn das Baby kränkelt, leiden die Eltern oft mehr als ihr Kind. Umgehend geht es zum Kinderarzt, mit der Bitte um schnelle Hilfe. Oft kommen dann Antibiotika zum Einsatz. Eine Studie der Bertelsmannstiftung zeigt, dass gut 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen einmal im Jahr ein Antibiotikum einnehmen. Bei den Drei- bis Sechsjährigen liegt die Zahl sogar bei 50 Prozent. Oft fragen sich Eltern, ob viel auch tatsächlich viel hilft oder ob es nicht sanftere Methoden für die kleinen Patienten gibt. Meist versuchen sie es dann mit der Homöopathie. Doch wie wirken alternative Heilmethoden beim Baby? Sind sie sinnvoll oder eher riskant?

Grundlagen der Homöopathie für Babys

Die Homöopathie hat schon lange ihren festen Stellenwert in der Gesellschaft. Sie zählt zu den weltweit am meisten genutzten alternativen Heilmethoden. Jeder zweite Deutsche hat, einer Statistik des Allensbach-Instituts zufolge, bereits homöopathische Mittel eingenommen. Die Darreichungsformen sind meist Tropfen oder kleine Zuckerperlen, die sogenannten Globuli. Beides kann man auch kleinen Babys sehr gut verabreichen.

Homöopathische Mittel bestehen aus hochverdünnten Wirkstoffen, die für jeden Patienten individuell zusammengestellt werden. Sie beruhen auf dem Ähnlichkeitsprinzip, das bedeutet, dass ein Stoff, der ähnliche Symptome hervorruft wie die Krankheit, eben gegen diese Symptome hilft.

Nicht jedes Wehwehchen braucht Chemie

Homöopathische Mittel stärken das Immunsystem und sorgen somit für eine sanfte Heilung. Babys und Kinder sprechen besonders gut auf eine homöopathische Behandlung an, sodass Globuli für das Baby durchaus eine Alternative zu herkömmlichen Arzneimitteln sein können. Allerdings sollten Eltern bei der Anwendung unbedingt mit Fachleuten zusammenarbeiten.

So kommen beispielsweise für Beschwerden beim Zahnen verschiedene Wirkstoffe zum Einsatz, je nachdem, mit welchen Symptomen das Baby zu kämpfen hat: Ferrum phosphoricum D12 hilft bei erhöhter Temperatur und gerötetem Zahnfleisch, Kamille bei Durchfall und Tollkirsche gegen Schwitzen und plötzlich auftretende Schmerzen. Die Wahl des Wirkstoffs ist also nicht einfach.

So wirken Globuli für das Baby am besten

Homöopathische Mittel haben praktisch keine Nebenwirkungen, auch nicht für Neugeborene. Trotzdem sollten Eltern, vor allem wenn sie selbst unerfahren im Umgang mit Globuli sind, nicht gleich zur Therapie schreiten.

Wichtig ist es, das Baby genau zu beobachten. Welche Art von Beschwerden hat es und wann treten diese auf? Isst und trinkt es gut? Wann geht es dem Baby besonders schlecht und wann besser? Diese Informationen sind für den Arzt oder Heilpraktiker von großer Wichtigkeit, denn nur durch eine genaue Kenntnis der Symptome und des Allgemeinbefindens können die wirksamsten Globuli für das Baby zusammengestellt werden.

Homöopathie fürs Baby richtig anwenden

Globuli für das Baby werden in etwas abgekochtem Wasser aufgelöst und Teelöffelweise auf die Innenseiten der Wangen aufgebracht. Später können Sie die Perlen einfach unter die Zunge des Babys legen. Kinderärzte empfehlen, mit sogenannten Hochpotenzen beim Baby äußerst sparsam umzugehen. In keinem Fall dürfen bei Babys und Kindern alkoholische Lösungen angewendet werden.

Eltern, die unsicher sind, aber nicht auf die Homöopathie für Babys verzichten möchten, finden Rat und Unterstützung bei Heilpraktikern, bei Kinderärzten mit homöopathischer Zusatzausbildung, bei Krankenkassen, die alternative Heilmethoden beim Baby unterstützen, oder bei einer homöopathischen Beraterapotheke.