Hohe Energiepreise, Lieferengpässe und Co.

So viel kostet der Ukraine-Krieg die deutsche Wirtschaft

ARCHIV - 14.07.2022, Hamburg: Van Carrier (VC), Spezialfahrzeuge für den Containerumschlag, stehen auf dem Gelände des Container Terminal Burchardkai (CTA) der HHLA (Hamburger Hafen und Logistik AG). Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung vie
Die deutsche Wirtschaft muss auch 2023 mit hohen Verlusten rechnen.
chc vco, dpa, Christian Charisius

Der anhaltende Krieg in der Ukraine hat auch Folgen für die deutsche Wirtschaft. Vor allem die hohen Energiekosten und Lieferengpässe machen der Wirtschaft zu schaffen. Und auch für 2023 sehen die Prognosen nicht viel besser aus.

Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hat nun ausgerechnet, dass der Krieg die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr rund 175 Milliarden Euro kosten wird. Pro Person entspricht das einem Wohlstandsverlust von 2.000 Euro.

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595 Milliarden Euro Verluste seit Pandemiebeginn

Die deutsche Wirtschaft hatte es in den vergangenen Jahren nicht leicht. Erst rund drei Jahre Pandemie, in der die Wirtschaft mit Lockdowns und Produktionsausfällen zu kämpfen hatte, dann der Krieg in der Ukraine.

  • Im ersten Pandemiejahr gab es laut dem deutschen Institut für Wirtschaft Wirtschaftsverluste von 175 Milliarden Euro.
  • 2021 kamen noch einmal 125 Milliarden Euro drauf.
  • Für 2022 schätzen die Wirtschaftsexperten Einbußen von knapp 120 Milliarden Euro.
  • In diesem Jahr sollen es 175 Milliarden Euro werden.
  • Insgesamt summieren sich die Verluste damit auf 595 Milliarden Euro.

Für die Berechnung für 2023 hat das Institut die aktuelle Lage mit einem Szenario verglichen, in dem es keinen Krieg und damit auch keine hohen Energiekosten oder Lieferengpässe gibt. Die 175 Milliarden Euro Einbußen entsprechen preisbedingt etwa 4 ½ Prozent des BIP.

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Das sind die Probleme der deutschen Wirtschaft

Der Krieg stört die Wirtschaft in verschiedenen Bereichen:

  • Unsicherheit bei der Energieversorgung: Unternehmer befürchten Störungen und Ausfälle
  • Hohe Kosten für Energie und Rohstoffe: Die Unternehmen können nicht alle Preissteigerungen an die Kunden weitergeben und entscheiden sich im Zweifelsfall eher gegen neue Investitionen, vermutet das IW.
  • Nachfrage bei Käufern sinkt: Private Haushalte können sich aufgrund der angespannten Situation weniger leisten, schauen etwas mehr aufs Geld und verschieben nicht zwingend notwendige Käufe eher nach hinten.

Die Prognosen treffen auf ohnehin schon schwierige Zeiten für die Wirtschaft. Das IW verweist auf Warnungen der KfW-Förderbank des Bundes, wonach die deutsche Wirtschaft vor einer Zeitenwende stehen würde. auch der Fachkräftemangel und die mäßige Produktivitätsentwicklung bedrohen den deutschen Wohlstand. IW-Ökonom Michael Grömling spricht von einer „sehr fragilen“ Situation für die Wirtschaft. (khe)

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