Behandlung gegen kongenitalen melanotyrären Nävus

Hoffnung für Baby mit Riesen-Muttermal im Gesicht

25. September 2019 - 9:38 Uhr

In den USA sind zur Entfernung bis zu 100 Operationen notwendig

Als die kleine Luna (6 Monate) auf die Welt kommt, sind ihre Eltern Carol Fenner (35) und Thiago Tavares (32) aus Florida schockiert. Ihre Tochter hat ein großes, dunkles Muttermal im Gesicht, das an eine Batman-Maske erinnert.

Als sie erfahren, dass der Fleck zunächst ungefährlich ist, sind sie erleichtert. Doch die Familie bekommt immer wieder Hasskommentare auf dem Instagram-Account, den sie eingerichtet haben, um auf das Phänomen aufmerksam zu machen.

Die Eltern beschließen unter anderem aus Angst vor Mobbing, Luna das Muttermal entfernen zu lassen. In den USA würde das jedoch bedeuten, dass sich die Kleine bis zu 100 Operationen unterziehen muss. Doch dann der Lichtblick: Als eine russische Chirugin auf Luna aufmerksam wird, bietet sie der Familie eine andere Behandlungsmethode an.

1 von 20.000 Neugeborenen betroffen

1 von 20.000 Neugeborenen kommt laut des Hautarztzentrums Kiel mit einem großen, kongenitalen melanotyrären Nävus zur Welt. Noch seltener sind Riesen-Nävi, die sogar ganze Körperteile bedecken können.

Die Muttermale können zu Beginn ungefährlich sein, entarten sie jedoch mit der Zeit, kann bösartiger Hautkrebs entstehen. Deshalb müssen Betroffene dauerhaft vom Hautarzt überwacht werden. Ein Nävus vergrößert sich proportional zur Haut, der Durchmesser im Gesicht verdoppelt sich also vom Säuglings- bis zum Erwachsenenalter.

Eltern haben Angst vor Mobbing

Lunas Eltern haben den Instagram-Account "luna.love.hope" erstellt und teilen dort süße Schnappschüsse ihrer Tochter, um mehr Verständnis für Muttermale wie ihres zu schaffen. Von den über 120.000 Followern sind die meisten gerührt und äußern sich mutmachend und lieb unter den Fotos, nennen sie aufgrund der Form des Muttermals "kleiner Schmetterling".

Doch leider gibt es auch einige User, die die Kleine aufgrund ihres Aussehens beleidigen. Bei den Eltern entstand mit der Zeit die Sorge, dass ihre Tochter in Zukunft immer mehr gemobbt werden könnte. Deshalb stehen sie seit der Geburt von Luna mit Ärzten in Verbindung und hoffen auf eine Behandlung.

Neue Behandlungsmethode erspart Luna viele OPs

Bisher schien die einzige Lösung in den USA ein Verfahren zu sein, bei dem Ärzte die Kleine bis zu 100 Mal operieren müssen. Jetzt hat ein russischer Chirug von Lunas Schicksal erfahren und ihren Eltern eine Laserbehandlung vorgestellt, die nur sechs bis acht Operationen benötigt.

Wenn die Untersuchungen erfolgreich sind, kann schon bald mit der ersten Operation begonnen werden. Doch das Ganze ist kostspielig: Eine Operation kostet circa 25.000 US-Dollar. Schon im April haben ihre Eltern eine GoFundMe-Seite eingerichtet, auf der für ihr Kind gespendet werden kann. Bisher sind fast 33.000 US-Dollar eingegangen.