Während Bayern nach der Schale greift

Historischer Abend: Schalker Bundesliga-Abstieg besiegelt

21. April 2021 - 8:57 Uhr

Schalker Saison nicht mehr zu retten

Der vierte Bundesliga-Abstieg der Clubgeschichte ist Gewissheit: Nach 1981, 1983 und 1988 wird der FC Schalke 04 auch 2021 den Gang in die zweite Liga antreten müssen. Nach der 0:2-Pleite bei Arminia Bielfeld ist rechnerisch das "rettende Ufer" Relegationsplatz nicht mehr drin. Während königsblaue Tränen kullern, greift der FC Bayern nach dem Sieg im Top-Spiel gegen Leverkusen schon am Wochenende nach der Meisterschale.

Arminia Bielefeld - FC Schalke 1:0 (0:0)

Tor: 1:0 Klos (50.)

Die Anfangsphase der Partie erinnerte ein bisschen an den Mittagsschlaf in der Kita, denn immer wieder lagen die Spieler beider Seiten auf dem Boden. Im Schicksalsspiel wollte Schalke, konnte aber nicht. Auch Bielefeld war es anzusehen, dass sie klar auf die drei Punkte aus waren, denn rein tabellarisch gesehen ist ein Dreier gegen kein Team leichter als gegen Königsblau. Nach knapp einer halben Stunde ergab sich für Bielefeld die große Möglichkeit aufs 1:0, doch nach einem Querpass stolpert Masaya Okugawa völlig frei vor dem Tor über den Ball. Bereits zuvor erhöhte sich der Druck auf das Schalker Tor immer mehr. Wenige Augenblicke später ein ähnliches Bild, diesmal bekam Fabian Klos den Ball nicht unter Kontrolle, doch Andreas Voglsammer schaltete schnell und konnte nur durch eine Grätsche von S04-Keeper Ralf Fährmann gestoppt werden. So hielt das Unentschieden zumindest bis zur Pause.

Aber eben nicht viel länger, denn kurz nach dem Wiederabpfiff schnappte sich Klos den Ball entschlossen von Suat Serdar und zog aus 20 Metern ab. Fährmann kam noch heran, konnte den brachialen Einschlag im Tor aber nicht mehr verhindern. Als tat sich Schalke nach dem Rückstand nicht schon schwer genug, mussten sie ab der 63. Minute in Unterzahl spielen, nachdem Malick Thiaw wegen eines harten Einsteigens Gelb-Rot sah. Nur weil Klos in der 78. Minute einen Elfmeter verschoss, lebte Schalkes Hoffnung auf einen Punktgewinn bis zum Schluss. Letztlich stand mit dem Abpfiff aber das fest, das bereits seit Monaten klar schien: Der FC Schalke 04 ist offiziell aus der Bundesliga abgestiegen.

Video: Schalke-Trainer Grammozis reagiert auf Abstieg

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FC Bayern München – Bayer Leverkusen 2:0 (2:0)

Tore: 1:0 Choupo-Moting (7.), 2:0 Kimmich (13.)

Von Beginn an war Druck auf dem Top-Spiel – wenig überraschend klingelte es deshalb schon nach sieben Minuten. David Alaba spielte von halblinks eine Traumflanke hinein in den Strafraum, wo Thomas Müller lauerte. Der Torjäger scheiterte an Keeper Lukas Hradecky, sein Abpraller landete jedoch direkt bei Eric Maxim Choupo-Moting. Der stand goldrichtig und netzte zum 1:0 ein.

Doch das war den Bayern nicht genug, die Hausherren gingen direkt aufs zweite Tor. Und das fiel nur sechs Minuten später. Wieder war eine Alaba-Flanke der Ausgangspunkt, Leverkusens Klärungsversuch landete bei Joshua Kimmich. Der ließ sich nicht zweimal bitten und zog aus der Distanz voll ab. Hradecky konnte nur hinterherschauen (13.), wie Kimmichs Torlos-Serie von 14 Bundesliga-Partien mit dem 2:0 endete. Die Bayern blieben weiterhin klar spielbestimmend, zur Pause blieb es aber bei den zwei Treffern, die dafür sorgten, dass sich – wie die TV-Bilder in Zeitlupe bewiesen – Trainer Hansi Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic wortlos abklatschten.

Dass es nach gut einer Stunde in der Münchner Allianz Arena nicht 3:0 stand, verhinderte der Video-Schiedsrichter. Choupo-Motings Treffer wurde nach einer Abseitsentscheidung zurückgepfiffen. Und auch danach fielen keine Tore mehr. Die Bayern gewannen souverän gegen die Werkself und können damit schon am Samstag gegen Mainz die Meisterschaft perfekt machen.

Eintracht Frankfurt – FC Augsburg 2:0 (1:0)

Tore: 1:0 Hinteregger (37.), 2:0 Silva (58.)

Frankfurt erwischte den besseren Start, wieder einmal war Andre Silva in der Offensive der entscheidende Dreh- und Angelpunkt der Hausherren. Doch Augsburg kämpfte sich hinein in die Partie. Den ersten Aufreger gab es dann nach knapp einer halben Stunde. Frankfurts Martin Hinteregger grätschte FCA-Profi Marco Richter um. Hinteregger sah Gelb. Nur Gelb. Denn: Der Verteidiger ging mit offener Sohle in den Zweikampf – mit Glück durfte er auf dem Platz bleiben.

Und so konnte der Österreicher in der 37. Minute zum 1:0 einköpfen. Nach einer Ecke blieb der Torschütze vorne, Daichi Kamada brachte den Ball erneut in die heiße Zone und Hinteregger ließ seinen Gegenspielern keine Chance. Die verdiente Führung, wenn auch mit Karten-Dusel.

In Halbzeit zwei machte Frankfurt da weiter, wo sie aufgehört hatten. Dieses Mal in Form von Silva: Eine punktgenaue Flanke von Filip Kostic brachte er per Kopf im Tor unter. Das 2:0 war gleichzeitig Silvas 24. Saisontreffer. Respekt. Davon kann FCA-Stürmer Alfred Finnbogason nur träumen. Nach seinem Comeback am vergangenen Wochenende bekam der Isländer die Chance auf den Anschlusstreffer. Nach Oberarmspiel von Frankfurts Tuta im Strafraum entschied der Schiedsrichter auf Handelfmeter – aber Finnbogason chippte den Ball weit über den Kasten (73.). Bitter. Auch Ruben Vargas hatte in der 85. nicht mehr Erfolg, seinen Schuss schaute Frankfurt-Keeper Kevin Trapp an den Pfosten.