Blutspender dringend gesucht

Blutkonserven reichen nur noch für zwei Tage

In den Kühlschränken gehen die Blutkonserven aus
In den Kühlschränken gehen die Blutkonserven aus
© deutsche presse agentur

15. Juni 2021 - 10:08 Uhr

In Hessen fehlt Spenderblut

Seit kurzer Zeit sieht die Blutspende-Lage "bescheiden" aus, sagt Eberhard Weck vom Deutschen Roten Kreuz der dpa: "Wir brauchen dringend Blutspenden." Der Grund für den Mangel: Wegen des warmen Wetters gehen weniger Menschen zur Blutspende. Außerdem laufen nach dem intensiven Corona-Lockdown wieder Routine-Operationen an, für die Blutkonserven benötigt werden.

In zwei Tagen sind die Blut-Lager leer

Viele Plätze frei: Die Blutspendedienste warten auf Freiwillige. Auch beim DRK in Frankfurt.
Viele Plätze frei: Die Blutspendedienste warten auf Freiwillige.
© RTL, RTL Hessen, Fatih Atayik

Die Kliniken sind zu ihrem gewohnten OP-Plan zurückgekehrt und haben begonnen, Operationen nachzuholen, die aufgrund der Pandemie aufgeschoben worden waren. "Der Bedarf ist sehr schnell und kurzfristig hochgeschnellt", sagt Weck vom Blutspendedienst. Es gebe einen aktuellen Engpass, der Lagerbestand reiche für etwa zwei Tage. "Jetzt gehen wir ans Eingemachte."

LESE-TIPP: Blutspenden während Corona? Das sollten Spender wissen

Beim DRK weiß man, dass Freiwillige im Frühjahr seltener Blut spenden, "wenn die Temperaturen zum ersten Mal über 20 Grad steigen", so Weck. Nach dem Ende der Lockdown-Maßnahmen fürchtet er nun aber einen stärkeren, länger andauernden Effekt.

Noch dazu steht mit der Reisezeit das "Sommerproblem" vor der Tür. Potenzielle Spender sind demnach nicht nur zwei bis drei Wochen weg, sondern müssten, je nach Reiseland, auch noch eine längere Pause nach der Rückkehr einlegen. Reserven im Voraus anzulegen, gehe durch die begrenzte Haltbarkeit nicht. "Bei uns muss Blut fließen, und das nahezu täglich."

Wenn das Blut knapp wird: Operationen notfalls verschieben

Eberhard Weck vom Deutschen Roten Kreuz DRK in Frankfurt
"Lage ist bescheiden" - Eberhard Weck leitet den DRK-Bluspendedienst in Frankfurt
© RTL, RTL Hessen, Fatih Atayik

Der DRK-Blutspendedienst ist gut durch die Corona-Zeit gekommen. Die Motivation zur Blutspende sei "mindestens so hoch" gewesen wie vor der Pandemie, zudem war der Bedarf unter anderem durch die verschobenen Operationen um etwa zehn bis 15 Prozent zurückgegangen. "Corona war gut zu händeln", sagt Weck.

Etwa 900 Blutspenden pro Tag verteilt der DRK-Blutspendedienst an Krankenhäuser im Land. Sollte das Blut zu knapp werden, müssten Krankenhäuser Operationen verschieben.

(dpa/bho)

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