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Herzfehler: Baby lief bereits blau an - Ärzte retten ihm in Not-OP das Leben

Tongtongs Herzfehler kostet ihn beinahe das Leben

Es lief bereits blau an: Ärzte retten Baby in Not-OP das Leben

Tongtong nach seinen Operationen.
Tongtong nach seinen Operationen. Sowohl die OP am Hals auch die OP am Herzen hat der Junge gut überstanden.
Shanghai Media Group China via Enex

Respekt, kleiner Tongtong, du bist ein wahrer Überlebenskämpfer! Der kleine Junge kam mit einem schweren Herzfehler auf die Welt, an dem er nach wenigen Tagen hätte sterben können. Die einzige Chance war eine Operation am stillgelegten Herzen – die Tongtong trotz der Strapazen mit Bravour meisterte!

Tongtongs einzige Hoffnung: eine Not-OP

Tongtong wurde am 7. Juni in China geboren, doch schnell war klar: Das Baby wird nicht überleben, sollte es nicht sofort operiert werden. Wie die „Shanghai Media Group China“ berichtet, hatte Tongtong neben einer 13 Zentimeter großen Schwellung am Nacken auch einen schweren Herzfehler – und dieser hätte ihn das Leben kosten können! Die einzige Hoffnung für Tongtong war eine Notoperation.

Bei dem Herzfehler handelte es nämlich um eine totale Lungenvenenfehlmündung (TAPVC). Heißt übersetzt: Herz und Lunge sind nicht richtig miteinander verbunden; Betroffene bekommen nicht genügend Sauerstoff ins Blut, haben Atemnot und laufen blau an. Wird nicht zeitnah operiert, können Herz und Lunge schwer geschädigt werden. Die Krankheit macht weltweit zwischen einem und zwei Prozent der angeborenen Herzfehler aus.

Wie schwer die OP ist, erklärt Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht im Gespräch mit RTL: „Man muss das Herz anhalten, sonst kann man nicht operieren.“ Das Kind müsse währenddessen an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden und: „Man kühlt außerdem das Kind herunter, damit es in der Zeit weniger Sauerstoff braucht.“ Alles in allem ein höchst strapaziöser Eingriff, doch eine Alternative gebe es nicht. „Das Kind wäre sonst gestorben“, sagt Specht deutlich.

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Narbe an Tongtongs Hals
Dort wo einst das Angiom saß, hat Tongtong nun eine lange Narbe.
Shanghai Media Group China via Enex

Mittlerweile braucht er kein Beatmungsgerät mehr

Die Schwellung an Tongtongs Nacken wiederum war nur halb so schlimm . „Die ist im Vergleich mit dem Herzfehler das kleinere Problem hier“, sagt Specht. Obwohl 13 Zentimeter groß ist diese sogenannte lymphatische Malformation relativ ungefährlich. Diese Lymphangiome sind laut der Initiative „Hautstigma“ eine angeborene Fehlbildung, können aber auch erst Jahre später diagnostiziert werden und bereiten in der Regel keine Schmerzen. Da sie aber überall am Körper auftreten, – zum Beispiel an der Brust oder wie in Tongtongs Fall im Nacken – und unterschiedlich groß sein können, könne es auch mal zu körperlichen Beschwerden kommen. Abgesehen davon, dass die meisten Lymphangiome von außen sofort sichtbar seien und auch aus ästhetischen Gründen entfernt werden.

„Eigentlich sind Lymphangiome gut mit dem Leben vereinbar“, sagt Specht. „Das operiert man, kann man aber leider nicht immer komplett entfernen.“ Weshalb Teile des Angioms nachwachsen und zum späteren Zeitpunkt wieder sichtbar werden können.

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Tongtongs Angiomsoperation dauerte nur eine Dreiviertelstunde und auch von der schweren Operation am Herzen erhole er sich „relativ problemlos“, wie die Ärzte gegenüber der "Shanghai Media Group China“ berichten. Mittlerweile brauche er auch kein Beatmungsgerät mehr. Wenn sich alles weiterhin so gut entwickle, müsse der Kleine nur noch ein paar Mal zur Nachuntersuchung kommen. Von seinem Lymphangiom hat Tongtong wiederum eine lange Narbe zurückbehalten, die zwar vom Hals bis zum Nacken verläuft, aber ebenfalls gut verheile. (jbü)