RTL News>Ratgeber>

Wenn das Herz ein Loch hat: Was der angeborene Herzfehler bedeutet

Erdogan Atalays Tochter Matilda hat ein Ventrikelseptumdefekt

Wenn das Herz ein Loch hat: Wie gefährlich ist die Herzerkrankung?

Die Tochter von Erdogan Atalay, Matilda, ist geheilt: Das Loch in ihrem Herzen hat sich geschlossen.
Was für eine tolle Nachricht: Die Tochter von "Cobra 11"-Star Erdogan Atalay ist wieder gesund. Das Loch im Herzen der kleinen Matilda hat sich überraschenderweise geschlossen.
RTL

Erdogan Atalays Tochter Matilda: Ihr Loch im Herzen ist zugewachsen!

"Unsere Tochter hat einen Herzfehler, da ist ein Loch drin. Da könnten sich Viren ansammeln und es könnte lebensbedrohlich werden", erzählte uns „Alarm für Cobra 11“-Star Erdogan Atalay im letzten Jahr. Die Tochter des Schauspielers und seiner Frau Katja Ohneck hat einen sogenannten Ventrikelseptumdefekt, einen Herzfehler: Nun darf sich die Familie über die wohl schönste Nachricht ihres Lebens freuen: Matilda ist wieder gesund – und das völlig überraschend. An Ostern, bei einer Routineuntersuchung, bekamen sie die unglaubliche Nachricht, dass das Loch im Herzen von allein zugewachsen ist.

Aber was bedeutet es eigentlich, ein "Loch im Herzen" zu haben? Was sind die Symptome eines sogenannten Ventrikelseptumdefekts? Was kann man dagegen tun?

Angeborene Herzfehler sind ein Schock für Eltern

In Deutschland werden laut der Deutschen Herzstiftung jedes Jahr etwa 8700 Kinder mit einem Herzfehler geboren. Einer der häufigsten angeborenen Herzfehler ist der sogenannte Ventrikelseptumdefekt, ein kleines Loch in der Scheidewand zwischen der rechten und der linken Herzkammer. So beängstigend die Diagnose aber erst einmal klingt: es muss nicht immer operiert werden. Das Loch in der Scheidewand kann sich auch mit dem Wachstum des Kindes von allein wieder schließen, wie bei Matilda. Heutzutage erreichen nach Angaben der Stiftung ungefähr 90 Prozent der herzkranken Kinder das Erwachsenenalter.

Ein Loch im Herzen – was ist das?

Bei einem gesunden Herzen sind die linke und die rechte Herzkammer durch die Herzscheidewand getrennt. Diese Trennwände zwischen den beiden Herzhälften wachsen normalerweise beim Embryo im Mutterleib langsam aufeinander zu und sind bei der Geburt praktisch geschlossen. Bleibt dieser Verschluss unvollständig, besteht ein Loch zwischen den beiden Herzhälften. Befindet sich das Loch in der Scheidewand zwischen der rechten und linken Herzkammer, spricht man von einem Ventrikelseptumdefekt (VDS). Sitzt das Loch zwischen den beiden Vorhöfen, spricht man von einem Vorhofscheidewanddefekt.

Das Problem: Durch diese Öffnung in der Herzscheidewand tritt sauerstoffreiches Blut aus der linken in die rechte Herzkammer und von dort in die Lunge. Die Folge: Das Herz muss stärker pumpen, der Druck auf die Lungen steigt. Weil die linke Herzkammer gegen den Blutverlust auf der rechten Seite ankämpfen muss, um den Körper weiter mit sauerstoffhaltigem Blut zu versorgen, erhöht sich auch ihre Aktivität. Herz und Lunge werden viel stärker beansprucht als bei gesunden Menschen. Heißt: Je größer das Loch ist, desto stärker ist auch die Belastung für das Herz und den Lungenkreislauf.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Wie gefährlich ist ein Ventrikelseptumdefekt?

Wird bei einem Baby nach der Geburt ein Loch im Herzen festgestellt, ist die Größe dieser Öffnung entscheidend. Kleine Ventrikelseptumdefekte können häufig ohne oder mit ganz leichten Symptome verlaufen, meist fällt bei einer Vorsorgeuntersuchung oder einem Infekt zunächst ein eher harmlos erscheinendes Nebengeräusch auf.

Anders ist es bei größeren Defekten. Betroffene Babys atmen häufig sehr schnell und schwitzen auffallend – zum Beispiel beim Stillen. Sie leiden unter Trinkschwäche und einer damit verbundenen Gedeihstörung. Zudem neigen sie dazu, häufig an Atemwegsinfektionen zu erkranken. Das augenfälligste Anzeichen besteht in der so genannten Blausucht: Dabei kommt es durch die Sauerstoff-Unterversorgung bestimmter Körperregionen zu einer Blaufärbung der Haut. Häufig sind Lippen und Fingerkuppen betroffen.

Wie wird ein Loch im Herz behandelt?

Besteht nur ein kleiner Defekt zwischen den Herzkammern, stellt dieser für das Herz keine nennenswerte Mehrbelastung dar. Kinder mit einem kleinen VSD brauchen in der Regel keine speziellen Medikamente. Viele dieser kleinen Löcher werden im Laufe der Zeit noch kleiner oder verschließen sich komplett, was auch die Deutsche Herzstiftung bestätigt. Wichtig sind Ultraschalluntersuchungen zur Verlaufsbeobachtung.

Anders ist es bei größeren Defekten. Dabei entwickelt das Kind schon im Säuglingsalter Zeichen einer Herzschwäche. Wenn die Herzinsuffizienz lange unerkannt bleibt, können die Kinder größere Probleme davontragen. So können größere Defekte zu einer Schädigung der Lunge, Wasseransammlungen in der Lunge und zu Herzversagen führen. Zeigt sich eine Herzinsuffizienz schon im Säuglingsalter, sollte das unbedingt behandelt werden. Reicht die medikamentöse Behandlung nicht aus, muss das herzkranke Kind operiert werden.

Was Menschen mit Herzerkrankung beachten sollten

Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten besonders darauf achten, dass sie gegen Grippe- und Pneumokokken geimpft sind, um eine Doppelinfektion zu vermeiden. Darüber hinaus gelten die üblichen Empfehlungen zum Schutz vor Ansteckung. Das heißt vor allem eine strikte Einhaltung der Hygieneregeln, um eine Infektion zu vermeiden. Dies wird ebenfalls im Zusammenhang mit dem Coronavirus empfohlen.