Herne-Mörder Marcel H.: Seine Schwester Sandy hat kein Mitleid

01. Februar 2018 - 13:12 Uhr

Höchstmögliche Strafe für Marcel H.

Marcel H. ist 20 Jahre alt. Die nächsten 20 Jahre seines Leben wird er wohl wegen der Morde an Jaden (9) und Christopher W. (22) im Gefängnis verbringen. Bevor er wieder in die Freiheit entlassen wird, werden möglicherweise noch mehr Jahre vergehen. Denn die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld verhindert eine frühere Entlassung. Dazu kommt die anschließende Sicherungsverwahrung unter Vorbehalt. Es war die höchstmögliche Strafe, die das Gericht feststellen konnte.

Sandy H. will nichts mehr von ihrem Bruder wissen

Mitleid hat niemand mit ihm, nicht einmal seine Schwester, im Gegenteil: "Jemand, der so etwas tut, ist kein Mensch", sagt Sandy H. im RTL-Interview. Sie könne ihn nicht als ihren Bruder ansehen. Stattdessen beweist sie Anteilnahme am Schicksal der Opferfamilien, umarmt vor der entscheidenden Gerichtsverhandlung Jadens Mutter Jeanette.

Beim Angeklagten hingegen ist keine Gefühlsregung zu erkennen, kein Bedauern, kein Mitgefühl, keine letzten Worte nach dem Urteilsspruch. Auch wenn er nicht muss, zeigt er sein Gesicht offen, will dass alle ihn sehen, seine eigene Schwester und auch Jadens Mutter. Er verzichtet auf eine Revision. Was mag in ihm vorgehen?

Ist Marcel H. nicht therapierbar?

Laut Gutachtern sind seine sadistischen Neigungen nicht zu therapieren. Selbst wenn sie es sein sollten: Um sie zu bewältigen, muss der Wille und die Fähigkeit dazu vorhanden sein, so der Strafrechtsexperte Jürgen Möthrath. Deswegen vermag niemand zu sagen, ob und wann Marcel H. noch einmal freigelassen wird. Denn die Voraussetzung dafür ist, dass keine Gefahr mehr von ihm ausgeht.