Viel Kritik an Jägerball in Salzburg

Hauptpreis bei Jäger-Gala in Österreich: Einmal nach Afrika und ein Gnu schießen

Ein Gnu in einem afrikanischen Nationalpark (Symbolfoto)
Ein Gnu in einem afrikanischen Nationalpark (Symbolfoto)
© picture alliance / ZB, Bernd Settnik

18. Oktober 2021 - 14:20 Uhr

"Wir können als Europäer nicht wie vor 100 Jahren in Afrika einfallen und Tiere schießen"

Große Aufregung: Als Hauptpreis bei ihrem Ball verloste eine Salzburger Jäger-Organisation einen Namibia-Trip mit Abschuss eines Gnus. Jetzt sind viele Menschen empört, was einige Jäger nicht verstehen können. Gnus seien in Afrika weit verbreitet, ähnlich wie bei uns Rehe, zitiert die "Kronen-Zeitung" Salzburgs Landesjägermeister Max Mayr-Melnhof.

„Jeder Jäger träumt doch davon, die ,Big Five‘ zu schießen“

Er verstehe nicht, dass man in der Kritik die Reise nach Namibia auf "eine Trophäe runterbreche", so der Funktionär. Man habe schließlich keine Großwildjagd verlost, sagte er dem Bericht zufolge weiter.

Auslöser der Empörung war der Hauptpreis bei der Tombola des traditionellen Jägerballs in Großarl, einem kleinen Dorf im Süden des österreichischen Bundeslandes Salzburg. Den spendete ein Veranstalter von Jagdreisen. Der Mann, ein gewisser Roman Toferer, ist laut "Kronen-Zeitung" selbst leidenschaftlicher Großwildjäger. "Jeder Jäger träumt doch davon, die ,Big Five' zu schießen", soll er anlässlich des Balls gesagt haben.

Allerdings zählen Gnus nicht zu der Gruppe: Big Five (deutsch: die Großen Fünf) sind für Großwildjäger Elefant, Nashorn, Kaffernbüffel, Löwe und Leopard.

Einige fanden den Preis "großartig", andere "widerlich"

Gegenwind erhielt Toferer von Bezirksjägermeister Johann Sulzberger. Er würde den Gewinn aus der Tombola nicht annehmen, zitiert ihn das Blatt. "Bei der Jagd gehe es um Erhalt und Schutz, nicht um Angeberei". Die Reaktionen seien geteilt gewesen, heißt es weiter. Während einige Gäste den Preis "großartig" fanden, hätten ihn andere als "widerlich" bezeichnet.

Der Grünen-Politiker Josef Scheinast sagte dem Bericht zufolge: "Wir können als Europäer nicht wie vor 100 Jahren in Afrika einfallen und Tiere schießen." Die Jagd zeichne etwas anderes aus, nämlich Hege und Pflege. "Und mit dem Rad reist man da sicher auch nicht an", schloss er demnach seine Kritik. (uvo)