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Hannover: Rückenschmerzen bundesweit Krankheitsgrund Nummer 1

Wegen Homeoffice

Hannover: Rückenschmerzen bundesweit Krankheitsgrund Nummer 1

Krankschreibung
20,4 Prozent der Attestes sind auf Muskel-Skelett-Erkrankungen zurückzuführen. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa/Symbolbild
deutsche presse agentur

Rückenprobleme durch die Corona-Pandemie

Wer durch die Corona-Pandemie auch vermehrt im Homeoffice arbeitet oder gearbeitet hat, wird das Gefühl wahrscheinlich kennen. Stundenlang sind man vor dem Laptop ohne sich großartig zu bewegen. Die Folge sind häufig: Rückenschmerzen. Eine Krankenkasse aus Hannover hat jetzt mitgeteilt, dass im ersten Halbjahr 2021 bundesweit bei ihnen die meisten Krankschreibungen auf Rückenleiden zurückzuführen sind. Der Grund: Die Corona-Pandemie.

Falsche Haltungen und zu wenig Bewegung im Homeoffice

Frau hat Rückenschmerzen im Homeoffice.
Zu langes Sitzen? Auf dem Esszimmer-Stuhl kann es schnell unbequem werden.
JEFF BERGEN, iStockphoto

Laut der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) sind 20,4 Prozent - also rund ein Fünftel - der eingereichten Atteste bei der Arbeit auf Muskel-Skelett-Erkrankungen zurückzuführen – im Vorjahr lag der Anteil bei 17,3 Prozent, in den Jahren davor zwischen 15 und 16 Prozent. „Gründe dafür können zum einen die Arbeitsbedingungen im Homeoffice sein, denn seit der Krise arbeiten viele Berufstätige von zu Hause aus. Häufig fehlen dort ein geeigneter Schreibtisch und Bürostuhl. Die Folge: Das lange Sitzen in ungesunder Haltung vor dem Rechner führt zu mehr Nacken-, Schulter- und Rückenbeschwerden.“ schreibt die hannoversche Krankenkasse in ihrer Pressemitteilung.

Auch psychische Beschwerden können Rückenschmerzen auslösen

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Vom Bett an den Rechner und immer weniger Distanz zu Job-Problemen.
imago stock&people, imago/Westend61, gpointstudio

Auch die Krankheitsdauer wegen Erkrankungen des Bewegungsapparats ist in diesem Jahr auf 25,4 Prozent gestiegen. Zuvor lag der Anteil bei der KKH zwischen 22 und 23 Prozent. Ein weiterer Grund für Rückenbeschwerden und Verspannungen können aber auch psychische Probleme sein: „So schlagen etwa die Corona-bedingte Wirtschaftskrise, Existenzängste, Unsicherheit und das Gefühl des Kontrollverlusts auf die Seele. Durch Homeoffice verschwimmen außerdem die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben immer mehr, etwa wenn es durch den Wegfall des Arbeitsweges vom Bett direkt an den Rechner geht und weit nach Feierabend noch berufliche Anrufe und Mails erledigt werden.“

Krankenkasse empfiehlt: Wieder aktiver werden

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Hauptsache Bewegung: Aktive Pausen am Arbeitsplatz sind die halbe Miete.
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Im Herzen wissen wir es ja alle: gegen Rückenschmerzen helfen Bewegung und die richtige Haltung. Also empfiehlt die KKH auch im Homeoffice einen ergonomischen Arbeitsplatz einzurichten und nicht den Küchenstuhl mit einem Bürostuhl auszutauschen und aktive Pausen einzubauen. Hier lesen Sie weitere Tipps gegen Homeoffice-Beschwerden. (kum)