Erhöhte Ansteckungsgefahr!

Hand-Fuß-Mund-Krankheit breitet sich aus - was Eltern jetzt wissen sollten

Besonders häufig bei Kindern: Beim Hand-Fuß-Mund Virus bildet sich juckende Pusteln an den namensgebenden Körperteilen: Hand, Fuß und Mund.
Besonders häufig bei Kindern: Beim Hand-Fuß-Mund Virus bildet sich juckende Pusteln an den namensgebenden Körperteilen: Hand, Fuß und Mund.
© iStockphoto

16. November 2021 - 8:08 Uhr

Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Hoch ansteckend für Babys und Kleinkinder

Viele Eltern werden den Anblick kennen: Bläschen im Mund, an den Händen und Füßen. Die Kinder haben mal wieder die Hand-Fuß-Mund-Krankheit aus dem Kindergarten oder der Spielgruppe mit nach Hause gebracht. Gerade jetzt im Spätherbst verbreitet sich die Krankheit wieder rasant. Expertin Dr. med. Melanie Ahaus, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, weiß, worauf Eltern jetzt achten sollen und wie die Krankheit zu behandeln ist.

Symptome der Hand-Fuß-Mund-Krankheit

"Man findet Bläschen auf der Mundschleimhaut, auch auf der Lippe und ganz typisch sind ebenfalls Bläschen auf den Handinnenflächen und an den Fußsohlen", so Expertin Dr. Ahaus. Zu Beginn zeigen sich diese meistens nur in Form roter Pünktchen, die anschließend in kleine Bläschen übergehen. In den meisten Fällen sind die Kinder nicht sehr krank. Ein Hinweis auf die Erkrankung kann beispielsweise die Essensverweigerung sein, da die Mundschleimhaut wegen der Bläschen schmerzt.

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist sehr ansteckend, aber in der Regel harmlos. Ein Arztbesuch ist laut der Expertin nicht direkt erforderlich, wenn es sich tatsächlich um die Hand-Fuß-Mund-Krankheit handelt. Eltern können das Kind zunächst zwei Tage beobachten, ob noch weitere Symptome außer den Bläschen hinzukommen. Begleitet wird die Krankheit manchmal auch von leichtem bis mittelstarkem Fieber. Zudem können Bauch- und Halsschmerzen sowie Erbrechen auftreten.

Ursachen und Risikofaktoren einer Ansteckung der Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Für die Hand-Fuß-Mund-Krankheit sind Viren aus der Gruppe der Enteroviren verantwortlich, die auch zu Erkrankungen wie beispielsweise Hirnhautentzündung oder Sommergrippe führen. Enteroviren sind nahezu überall anwesend und sehr ansteckend.

Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich über menschliche Körperflüssigkeiten. Hierzu gehören Speichel, wie auch Absonderungen von Schweiß und Flüssigkeitsaustritt aus den Bläschen. Die Übertragung findet zumeist über sanitäre Einrichtungen statt, aber auch Türklinken können Viren übertragen. Die Ansteckung unter Geschwisterkindern zu vermeiden ist laut Dr. Ahaus sehr schwierig, wenn diese noch klein sind. Ältere Kinder hingegen sind nicht mehr so anfällig für die Erkrankung. Ab dem 10. Lebensjahr nimmt die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung deutlich ab.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Dauer der Ansteckungsgefahr während der Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Am höchsten ist die Ansteckungsgefahr innerhalb der ersten Tage nach Ausbruch der Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Die Zeitspanne von der Ansteckung bis zur Wahrnehmung erster Symptome dauert in der Regel zwischen drei und zehn Tagen. Allerdings sollte stets beachtet werden: Solange ein Ausschlag oder Bläschen an Händen, Füßen oder dem Mund vorhanden sind, treten noch Viren aus. Somit besteht nach wie vor die Möglichkeit einer Ansteckung. Im Allgemeinen heilen die Blasen binnen zwölf Tagen ab. Auch erfolgt nach Abklingen der Symptomatik teilweise noch Wochen später ein Ausscheiden der Viren über den Stuhl.

Therapiemöglichkeiten der Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Spezielle Behandlungsmöglichkeiten der Hand-Fuß-Mund-Krankheit gibt es nicht. Einzig die Symptome lassen sich bekämpfen. Dr. Melanie Ahaus empfiehlt, eine Zinksalbe oder Windelwundschutzcreme auf die betroffenen Stellen zu geben. Falls die Erkrankung von Fieber begleitet ist, sollten ebenfalls Fiebersenker verabreicht werden. Gegen schmerzhafte Bläschen im Mund kann der Kinderarzt zudem eine schmerzlindernde Tinktur verschreiben. Achten Sie insbesondere auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme Ihres Kindes.

Solange Ihr Kind erkrankt ist, sollte es weder in die Kindertagesstätte noch in den Kindergarten oder in die Schule gehen. Eine Impfung gegen die Krankheit gibt es bislang nicht. Zur Verringerung der Ansteckungsgefahr empfiehlt es sich, regelmäßig die Hände zu waschen. Hierzu eignet sich auch ein Handdesinfektionsmittel. Auch Türklinken und sanitäre Anlagen sollten entsprechend gereinigt werden.