Mercedes wittert Verschwörung

Hamilton tobt: "Da wird doch manipuliert"

Für Lewis Hamilton ist es nicht mit rechten Dingen zugegangen.
Für Lewis Hamilton ist es nicht mit rechten Dingen zugegangen.
picture alliance

Seltsame Entscheidung der Rennleitung

Die Formel-1-Saison geht nach einem dramatischen Finale in die Verlängerung. Nach einem furiosen Schlussakt in Abu Dhabi, wo Max Verstappen Rivale Lewis Hamilton auf der letzten Runde abfing, hat Mercedes gegen die Wertung des Rennens Protest eingelegt. Rekordweltmeister Hamlton wittert gar „eine Manipulation“ zugunsten des neuen Weltmeisters. Seither ist der Brite abgetaucht. Keine PK, kein Kommentar.

"Ich bin sprachlos, Lewis"

Grund für den Zorn (und den Protest): Bei der Safety-Car-Phase kurz vor Ende des Rennens hatte die Rennleitung die Devise ausgegeben, dass die überrundeten fünf Fahrzeuge, die zwischen Hamilton und Verstappen lagen, nicht vorbeifahren dürfen, um sich am Ende des Feldes wieder einzureihen. Ein schöner Puffer für den Mercedes-Piloten.

Wenig später kassierte die Rennleitung die Ansage – die Boliden mussten vorbeifahren und sich am Ende des Feldes einreihen. Nun lag Verstappen direkt hinter Hamilton – auf frischen Reifen, die Entscheidung, die bei Mercedes für Entsetzen sorgte.

"Michael, das ist nicht richtig", funkte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff an Rennleiter Michael Masi. "Das wird doch manipuliert“, wetterte Hamilton. Lewis’ Renningenieur Peter Bonnington funkte nach der Zieldurchfahrt an seinen Schützling: "Ich bin sprachlos, Lewis. Einfach sprachlos."

Das sagt das Reglement

Allerdings schreibt das Reglement tatsächlich vor, dass vor einem fliegenden Neustart nach einer Safety-Car-Phase die Reihenfolge ohne Überrundungen hergestellt werden muss. Heißt: Alle überrundete Fahrer müssen am Safety Car vorbei fahren und sich am Ende des Feldes wieder einreihen.

Die ersten Ansage der Rennleitung war also nicht regelkonform. Das was dann angeordnete wurde – nur die überrundeten Fahrer zwischen Hamilton und Verstappen müssen am Safety Car vorbei – allerdings auch nicht. Genau dagegen richtet sich unter anderem auch der offizielle Mercedes-Protest.

Wäre allerdings regelkonform verfahren und alle überrundeten Piloten am Safety Car vorbei gewunken worden, hätte dies zu lange gedauert. Ein Neustart wäre nicht mehr möglich gewesen. (tme/wwi)