Gute Nachricht zum Weltkrebstag: Immer mehr Menschen überleben die Krankheit

04. Februar 2018 - 11:07 Uhr

"Krebs muss heute kein Todesurteil sein"

Die Krebs-Sterblichkeit geht in Deutschland und weltweit seit Jahren zurück. "Krebs muss heute kein Todesurteil sein", sagt Volker Arndt vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Gesund sei der Patient nach Überwindung der Krankheit zwar nicht automatisch, aber: "Ein Überleben von 20 und mehr Jahren ist bei vielen Tumor-Entitäten heute eine realistische Option", betont Arndt. Es gebe jedoch eine wichtige Voraussetzung: Der Tumor muss frühzeitig entdeckt werden. Die Deutsche Krebshilfe nimmt den Weltkrebstag am 4. Februar zum Anlass, um die Öffentlichkeit für das Thema Prävention zu sensibilisieren.

Wichtige Fragen und Antworten zum Kampf gegen Krebs

Wie viele Krebsüberlebende gibt es inzwischen in Deutschland - und wie entwickelt sich die Zahl?
Derzeit leben in Deutschland etwa 3,5 bis 4 Millionen Menschen mit Krebserkrankung oder mit überstandener Krebserkrankung. Prognosen zufolge werde diese Zahl in Deutschland in den kommenden 20 Jahren auf bis zu fünf bis sechs Millionen steigen, sagt Volker Arndt vom DKFZ. Grund ist vor allem das Altern der Generation der sogenannten Baby Boomer - so bezeichnen Statistiker in Deutschland die geburtenstarken Jahrgänge zwischen 1955 bis 1969. In Deutschland erkranken jährlich rund 500.000 Menschen neu an Krebs. Immer mehr überleben die Krankheit.

Welche Folgen hat eine Krebserkrankung für das Berufsleben?
Etwa 35 Prozent aller Krebspatienten in Deutschland sind dem DKFZ zufolge im berufsfähigen Alter - also zwischen 15 und 65 Jahren. "Im Durchschnitt nehmen 62 Prozent der Betroffenen nach Abschluss der Therapie ihre Berufstätigkeit wieder auf", sagt Arndt. Die Wahrscheinlichkeit dafür hänge vom Bildungsstatus und von der Art des Berufs ab. Ärzte sollten geheilten Krebspatienten mit Sensibilität begegnen, aber nicht mit übertriebener Zurückhaltung. Nicht all diese Menschen seien gleich schwer traumatisiert.

"Die Zahl der Krebsfälle ließe sich um etwa 40 Prozent senken" - mit der perfekten Prävention

Besitzen Krebsüberlebende eine deutlich verringerte Lebenserwartung?
Statistiken zeigen klar, dass sich die Überlebenswahrscheinlichkeiten für viele Tumorpatienten in den vergangenen 30 Jahren deutlich verbessert haben. Vorbeugung ist ein zentrales Element im Kampf gegen den Krebs. "Würden alle heute bekannten Möglichkeiten der Prävention konsequent umgesetzt, ließe sich die Zahl der Krebsfälle um etwa 40 Prozent senken", sagt der DKFZ-Vorstandsvorsitzende Michael Baumann dem 'Mannheimer Morgen'. Die Maßnahmen zur Vorbeugung seien bekannt: "Nicht rauchen, wenig Alkohol, ein körperlich aktiver Lebensstil bei normalem Körpergewicht, konsequenter Sonnenschutz sowie Früherkennungsuntersuchungen und Impfungen." Ein Wundermedikament, mit dem alle Krebserkrankungen geheilt werden können, werde es in nächster Zeit aber leider nicht geben.