PR-Aktion geht nach hinten los

Gratis-Kaffee für Ungeimpfte? "Wonder Waffel" und Café-Betreiber rechtfertigen sich

08. Dezember 2021 - 9:09 Uhr

Waffelcafé-Betreiber reagiert auf Gratis-Kaffee-Shitstorm

Es war DER Aufreger schlechthin. Das Süßwaren-Café "Wonder Waffel" warb kürzlich mit einer Kampagne, die im Netz für ordentlich Wirbel sorgte: Ein Gratis-Kaffee für alle Kunden, die sich noch nicht gegen das Corona-Virus haben impfen lassen. Dass das Angebot eigentlich auch für alle anderen Kunden gilt, war lediglich im Kleingedruckten nachzulesen. Schnell wurde der Vorwurf laut, der Waffelcafé-Laden würde damit Impfskeptiker systematisch in ihrer Meinung bestärken. Wir haben "Wonder Waffel" und einen Café-Betreiber mit den Kritiken konfrontiert, wie wir oben im Video zeigen.

So rechtfertigt das Unternehmen die PR-Aktion

Dass der Pieks im Kampf gegen das Corona-Virus Leben rettet, ist längst kein Geheimnis mehr. Aber nur etwa 69 Prozent der deutschen Bevölkerung hat sich bislang vollständig impfen lassen. Rund sechs Mal mehr Ungeimpfte als Geimpfte finden sich zuletzt mit einer Covid-19-Infektion im Krankenhaus wieder. Und die Zahlen steigen dramatisch – vor allem seit dem Erstaufkommen der neuen Omikron-Variante.

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Dass in diesen Zeiten Café-Betreiber mit Gratis-Kaffees für Ungeimpfte werben, erscheint schier absurd. Wir haben "Wonder Waffel"-Filialleiter Ashkan Aghashahi mit dem Shitstorm konfrontiert, der auf Basis der Kampagne im Netz losgetreten wurde. Er kann das Ausmaß der Reaktionen nicht verstehen: "Es ist halt eine PR-Aktion gewesen, das will ich auch nicht verneinen. Es ist so, dass wir natürlich auch ab und zu mal solche Aktionen haben. Und von daher ist der Gedanke gewesen, dass wir ein bisschen polarisieren." Das Feedback sei in seinen Augen grundsätzlich positiv ausgefallen.

Auf Twitter ist die Tendenz klar

Wer einen Blick auf die Plattform Twitter wirft, nimmt ein anderes Bild wahr: "Ihr steht nicht für Toleranz und Respekt! Ihr steht bei den Unsolidarischen und Schwurblern. Ihr steht bei denen, die unsere Kinder, Großeltern und uns selbst in Gefahr bringen. Ihr steht bei denen, die uns müde, ängstlich und wütend machen", klagt ein User an. Andere ergänzen: "Jetzt wissen wir, woher 'einen an der Waffel haben' kommt", "Einfach nur peinlich" sowie "Wer einen kostenlosen Kaffee verdient hätte: Pflegekräfte und ÄrztInnen".

Mittlerweile hat das Unternehmen die Kampagne aus den sozialen Netzwerken gelöscht. (cch)