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Gil Ofarim löscht seinen Instagram-Account - nach Verleumdungsklage wegen Antisemitismus-Vorwürfen

Scharfe Kritik kommt auch aus der Politik

Nach Verleumdungsklage wegen Insta-Video: Gil Ofarim löscht seinen Account

Gil Ofarim: Anklage wegen Verleumdung Nach angeblichem Antisemitismus-Eklat

Die Staatanwaltschaft Leipzig klagt Gil Ofarim (39) wegen Verleumdung an. Der 39-Jährige hatte einem Mitarbeiter eines Leipziger Hotels im Oktober 2021 in einem Videoclip auf Instagram vorgeworfen, ihn antisemitisch beleidigt zu haben. Der Vorwurf ließ sich allerdings nicht nachweisen, im Gegenteil: die Anklage richtet sich nun gegen Ofarim, wie wir oben im Video zeigen. Der Musiker hat inzwischen offenbar selbst seine Social-Media-Accounts gelöscht. In den Augen von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat Gil Ofarim durch seine offenbar falschen Behauptungen „Schaden an der jüdischen Gemeinschaft angerichtet.“

Lesetipp: Hat Gil Ofarim gelogen? Staatsanwaltschaft Leipzig hat den Musiker wegen Verleumdung angeklagt.

Gil Ofarim hat seinen Instagram-Account gelöscht

Tränenreich hatte Gil Ofarim im Oktober 2021 auf seinem Instagram-Account von dem angeblichen Antisemitismus-Eklat in dem Leipziger Hotel berichtet. Nun wird gegen ihn ermittelt. Und sowohl sein Instagram-Account, als auch das Facebook-Profil des Sängers sind seit dem späten Nachmittag des 31. März nicht mehr aufrufbar.

Gil Ofarims Intagram-Account ist nicht mehr verfügbar.
Gil Ofarims Intagram-Account ist nicht mehr verfügbar.
RTL

Michael Kretschmer: Gil Ofarim hat „Schaden an der jüdischen Gemeinschaft angerichtet“

Michael Kretschmer kritisiert Gil Ofarim.
Michael Kretschmer kritisiert Gil Ofarim.
deutsche presse agentur

„Es sei „das Schlimmste, jemanden als Antisemit zu bezeichnen“, sagte Michael Kretschmer am Donnerstag in Dresden. „Dies für Falschaussagen und Verleumdung zu missbrauchen ist schockierend und zutiefst verachtenswert.“ Gil Ofarim habe „nicht nur den Mitarbeiter, das Hotel, die Stadt und Sachsen in Misskredit gebracht, sondern auch Schaden an der jüdischen Gemeinschaft angerichtet“, so der Ministerpräsident von Sachsen. „Das Mindeste, was man nun erwarten kann, ist eine Entschuldigung - auch von denen, die vorschnell ihre Schlüsse gezogen und vorverurteilt haben“, findet Kretschmer.

Er verwies darauf, dass das in den vergangenen Jahrzehnten gewachsene Vertrauen zwischen Deutschen und Juden nicht selbstverständlich sei, sondern „ein hohes und wertvolles Gut, ein Wert, den wir uns nicht zerstören lassen“.

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, sagte zu den aktuellen Entwicklungen, dass man die Anklageerhebung zur Kenntnis genommen habe. „Im Vertrauen auf unseren Rechtsstaat gilt es, keine Vorverurteilungen vorzunehmen", so Schuster. Der Zentralrat der Juden werde das weitere Verfahren am Landgericht Leipzig mit Interesse verfolgen.

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Der angebliche Antisemitismus-Vorfall soll sich so nicht zugetragen haben

Die Staatsanwaltschaft Leipzig wirft Gil Ofarim nach umfangreichen Ermittlungen falsche Verdächtigung und Verleumdung vor . Der angebliche Antisemitismus-Vorfall im Leipziger Hotel „The Westin“ habe sich nicht so zugetragen, wie der Musiker es in einem am 4. Oktober 2021 aufgenommenen und später auf Instagram geposteten Video geschildert hatte. Danach sollte ihn ein Hotelmitarbeiter aufgefordert haben, seine Kette mit Davidstern abzunehmen, sonst dürfe er „nicht einchecken“. (dpa / csp)

Lesetipp: Verleumdungsklage gegen Gil Ofarim: "Wenn es hier böse ausgeht, könnte er dafür im Gefängnis landen"