Gesundheitslexikon: Syndesmose

29. November 2018 - 15:51 Uhr

Die Syndesmose – das Bindeglied zwischen zwei Knochen

Vor allem in Verbindung mit einer Sportverletzung fällt der Begriff Syndesmose häufig, denn gerade die Syndesmosen im Sprunggelenk sind für Verletzungen sehr anfällig. Wird ein Syndesmoseriss nicht behandelt, kann es zu erheblichen Spätfolgen kommen. Durch die fehlende Stabilität wird das Sprunggelenk fehlbelastet. Die Folge: frühzeitiger Verschleiß (auch Arthrose genannt) und damit einhergehende Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Ist eine Operation nötig, liegt der Fokus sowohl auf der Naht des Bandes als auch auf der Wiederherstellung des korrekten Abstands der Knochen, die durch das Band verbunden werden. Handelt es sich bei der Verletzung um einen Anriss der Syndesmose, kann eine "konservative Therapie", also eine Behandlung ohne Operation, ausreichen.

Was ist eine Syndesmose?

Der Begriff Syndesmose leitet sich aus dem Griechischen "syn" (zusammen) und "desmos" (Band) ab. Bei einer Syndesmose handelt es sich um ein Bindegewebe, das beispielsweise in den Armen und Beinen zwei Knochen miteinander verbindet und deshalb eine wichtige Rolle für den Bewegungsapparat spielt. Medizinisch ordnet man eine Syndesmose in die Kategorie der "unechten Gelenke" ("Synarthrosen") ein. Diese sind von den "echten Gelenken" ("Diarthrosen") abzugrenzen, zu denen beispielsweise "Kugelgelenke" wie das Hüftgelenk oder "Scharniergelenke" wie das Ellenbogengelenk zählen.

Anatomie

Bei einer Syndesmose, auch "Bandhaft" genannt, handelt es sich um ein flächiges Bindegewebe in unterschiedlichen Elastizitätsgraden. Man findet Syndesmosen an mehreren Stellen des menschlichen Körpers, etwa im Unterarm zwischen Elle und Speiche ("Membrana interossea antebrachii") oder im Unterschenkel von Schien- und Wadenbein ("Membrana interossea cruris"). Auch an den Wirbelbögen finden sich Syndesmosen, die sogenannten "Ligamenta flava". Am bekanntesten sind wohl die vier Syndesmosenbänder im Sprunggelenk, welche wichtig für die Stabilisierung des Fußes sind und nicht zuletzt bei Leistungssportlern besonders häufig in Mitleidenschaft gezogen werden.

Funktion der Syndesmose

Durch die Syndesmose werden zwei Knochen im richtigen Abstand zueinander- sowie zusammengehalten. Im Unterarm verhindern bestimmte Gewebefasern die Verschiebung der Unterarmknochen in eine parallele Position. In vielen Fällen beginnen an Syndesmosemembranen auch Muskelstränge. In den unteren Extremitäten halten die Syndesmosen Schien- und Wadenbein zusammen. Diese beiden Knochen bilden die Gabel für das Sprunggelenk. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist die Syndesmose auch maßgeblich an der Stabilität des gesamten Beins beteiligt. Kommt es zu einem Riss dieses Gewebes, werden die beiden Knochen auseinandergedrückt. Der Verletzte klagt dann nicht nur über Schmerzen, sondern spürt auch ein deutliches Instabilitätsgefühl im Sprunggelenk.

Wichtigste Erkrankungen und Verletzungen

Eine Syndesmose kann im schlimmsten Fall komplett reißen. Häufig passiert dies bei Umknicktraumata oder wenn Sportler – zum Beispiel Fußballer oder Eishockeyspieler – im Rasen hängenbleiben bzw. auf Eis ausrutschen. Bei einem Riss der Syndesmose kommt es nicht selten zu Begleitverletzungen, wie man sie auch von schweren Knieverletzungen wie einem Kreuzbandriss her kennt. So können beim Umknicken weitere Bänder im Sprunggelenk beschädigt werden. Bei besonders großer Krafteinwirkung kann es aber auch zu Verletzungen des Knochens kommen. Die Verletzung geht oft mit starken Schmerzen und deutlicher Schwellung einher.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.