Ohne die Fibula könnten wir keine großen Luftsprünge machen

Gesundheitslexikon: Fibula (Wadenbein)

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6. September 2019 - 12:00 Uhr

Die Fibula: das Wadenbein ist der Nachbar des Schienbeins

Wenn es die Fibula bzw. das Wadenbein nicht gäbe, dann könnten unsere Beine kaum das viele Stehen, Laufen, Sitzen aushalten und wir könnten sogar keine Luftsprünge machen. Die Kraft, die nach einem Sprung auf die Unterschenkel einwirkt, ist enorm. Deshalb ist es gut, dass wir mit Wadenbeinen ausgestattet sind, auch wenn sie dabei viel dünner sind als die Schienbeine. Welche Funktion die Fibula hat und wo sie sich genau befindet, lesen Sie hier.

Was ist die Fibula?

Die Fibula ist der Wadenbeinknochen, der zusammen mit dem Schienbein (Tibia) den Unterschenkel bildet. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bezeichnet eine Spange oder eine Heftnadel. Das liegt daran, dass sie mehrere scharfe Kanten hat. Außerdem gehört der Wadenbeinknochen zu den Röhrenknochen. Die Fibula ist in etwa so lang wie das Schienbein, doch gleichzeitig nicht ganz so stark, sondern dünner und elastischer. Die Fibula ist bei allen Säugetieren vorhanden. Bei einigen Tierarten ist das Wadenbein sogar mit dem Schienbein verschmolzen (bei Pferden) oder hat sich als eigenständiger Knochen ausgeprägt (bei Kühen).

Anatomie des Wadenbeins

Das Wadenbein befindet sich beim Menschen außen am Unterschenkel unmittelbar neben dem Schienbein. Beide sind oberhalb durch starke Bänder miteinander verbunden. Weiterhin bestehen die Verbindungen aus Fasern bzw. Bindegewebe und befinden sich besonders verstärkt am Schaft sowie am Knöchel. Am oberen Ende des Wadenbeins lässt sich das Fibulaköpfchen unterhalb des Knies an der Außenseite ertasten. Mit dem Kniegelenk ist das Wadenbein allerdings nicht verbunden. Lediglich mit dem Schienbein bildet die Fibula am oberen Ende das Schienbein-Wadenbein-Gelenk. Am unteren Ende bildet das Wadenbein mit dem Schienbein das Sprunggelenk. Unterschenkel und Sprunggelenk werden darüber hinaus durch ein Syndemosenband stabilisiert.

Funktion der Fibula

Die Fibula trägt im Gegensatz zum Schienbein eine geringere Last. Daher besteht ihre Hauptfunktion in der Stabilisierung des Unterschenkels. Weiterhin übernimmt sie eine wichtige Rolle beim Abfedern nach einem Sprung und bildet außerdem den Ansatz für sowohl die Wadenmuskulatur, wie etwa den langen Wadenbeinmuskel, als auch einen Teil des Oberschenkelmuskels. Kräfte, die auf das Bein einwirken, werden über das Schienbein-Wadenbein-Gelenk und die Bänder, welche Schienbein und Fibula zusammenhalten, zum Oberschenkelknochen geleitet, sodass eine Entlastung des Unterschenkels stattfindet. Sprünge sind demzufolge ohne das Wadenbein nicht möglich.

Wichtigste Erkrankungen des Wadenbeins

Anfällig ist die Fibula auf äußere Gewalteinflüsse. Dadurch kann es zu einer Fibulafraktur (Wadenbeinbruch) kommen. Ist das Wadenbein gebrochen, wird der Bruch während einer Operation meist mithilfe von Stellschrauben und Metallplatten gerichtet. Frakturen können auch durch Krankheiten ausgelöst werden, etwa durch die Osteoporose. Frakturen können auch nur den Schaft oder das Fibulaköpfchen betreffen. Zudem kann es zu einem Syndesmosenriss kommen, mit der Folge, dass das Sprunggelenk nicht mehr stabilisiert wird. Seltener kann es zu Fehlbildungen kommen, wie etwa bei der Fibulaaplasie, bei der das Wadenbein nicht ausgeprägt wird. Dies betrifft in den meisten Fällen nur eines der beiden Beine.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.