Der Schrecken jedes Sportlers

Gesundheitslexikon: Kreuzbandriss

27. September 2019 - 16:22 Uhr

Kreuzbandriss – eine der häufigsten Knieverletzungen

Die beiden Kreuzbänder halten das Kniegelenk zusammen und sind maßgeblich an der korrekten Gelenkführung beteiligt. Vor allem sind sie ein wichtiger Stabilitätsfaktor im Knie. Bei einem Riss, auch Ruptur genannt, geht die Kontinuität der Bandfasern entweder vollständig oder teilweise verloren. Der vordere Kreuzbandriss tritt deutlich öfter auf als der hintere auf und gilt als die häufigste Bandverletzung im Knie.

Ursachen

Ein Kreuzbandriss entsteht, wenn einwirkende Kräfte die Belastungsfähigkeit des Bandes übersteigen. Die vordere Kreuzbandruptur ist eine typische Sportverletzung. Der Verletzungsmechanismus ist häufig dadurch gekennzeichnet, dass das Kniegelenk verstärkt in die X-Stellung gerät und gleichzeitig außenrotiert wird bei feststehendem Fuß. Dies kann mit oder ohne Gegnereinwirkung erfolgen. Ein hohes Verletzungsrisiko besteht bei den sogenannten Stop-and-go- und Mannschaftsportarten, aber auch beim Individualsport, zum Beispiel beim Skifahren. Rupturen des hinteren Kreuzbandes sind entweder die Folge von großer Gewalteinwirkung bei Unfällen mit dem Auto, dem Motorrad oder dem Fahrrad oder eines sogenannten Anpralltraumas im Sport.

Symptome

Ein Kreuzbandriss ist im Moment der Entstehung häufig mit einem Zerreißungsgefühl und heftigen Schmerzen verbunden, manchmal auch mit einem hörbaren Geräusch. In 90 Prozent der Fälle stellt sich ein blutiger Kniegelenkserguss (Hämarthros) ein, weil auch Blutgefäße im Kreuzband verletzt werden. Im Verlauf der nächsten Stunden kann sich eine erhebliche Weichteilschwellung im umliegenden Gewebe bilden, die zusammen mit dem Gelenkerguss die Beweglichkeit stark einschränkt, besonders die Streckung und die Beugung. Nachdem die akuten Symptome etwas abgeklungen sind, stellt sich ein Instabilitätsgefühl ein, das sich bei Belastungen verstärken kann, zum Beispiel beim Berg- oder Treppenabsteigen.

In manchen Fällen verlaufen Kreuzbandrisse aber auch viel undramatischer ab und werden zunächst nicht bemerkt.

Diagnose

Der Verdacht auf einen Kreuzbandriss entsteht häufig schon anhand der Schilderung des Unfallhergangs und durch die typischen Symptome, vor allem durch den massiven Schmerz und die deutlich sichtbare Schwellung. In weiteren klinischen Untersuchungen kann diese Verdachtsdiagnose erhärtet werden. Der Arzt kann den Gelenkerguss mit der sogenannten tanzenden Patella feststellen und nach dem Abklingen der Schmerzen Stabilitätstests durchführen. Die gebräuchlichsten sind die Untersuchung der vorderen und hinteren Schublade. Damit ist die Verschiebbarkeit des Schienbeins zum Oberschenkel nach vorne und hinten gemeint, die normalerweise nur gering ist.

Eine Röntgenuntersuchung des Kniegelenkes wird hinzugezogen, um knöcherne Begleitverletzungen auszuschließen. Die Magnetresonanztomografie als bildgebendes Verfahren und vor allem die diagnostische Arthroskopie sind die wichtigsten Verfahren zur Bestätigung der Einschätzung.

Behandlung/Therapie

Ein Kreuzbandriss kann grundsätzlich konservativ oder operativ behandelt werden. Welches Verfahren zu favorisieren ist, ist seit Jahren Gegenstand ärztlicher Diskussionen.

Die Basis der konservativen Therapie stellt ein physiotherapeutisches Konzept zum gezielten Aufbau der Knie stabilisierenden Muskulatur dar. Operativ wird das gerissene Kreuzband mit einer Plastik aus der Patellarsehne, der Quadrizepssehne oder der Semitendinosussehne rekonstruiert. Es folgt die frühfunktionelle Behandlung für sechs bis acht Wochen, deren Ziel es ist, die Beweglichkeit zu erhalten und den Muskelaufbau gezielt, behutsam und bewusst voranzutreiben. Danach wird die Belastung allmählich gesteigert bis nach vier bis sechs Monaten die volle Belastungs- und Sportfähigkeit wieder erreicht werden kann. Die angegebenen Zeiten sind nur Anhaltswerte und können individuell variieren. Der Heilungsverlauf kann auch deutlich länger sein.

Vorbeugung

Da es sich beim Kreuzbandriss um eine Verletzung infolge großer Gewalteinwirkung handelt, ist eine Vorbeugung nicht möglich.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.