Funktion und häufigste Verletzung

Gesundheitslexikon: Kreuzband

11. Oktober 2019 - 18:07 Uhr

Das Kreuzband ist entscheidend für die Stabilität des Knies

Das Kreuzband ist das wohl mit Abstand bekannteste Band im Knie des menschlichen Körpers. Wenn Sie von Knieverletzungen hören, ist nicht selten eines der beiden Kreuzbänder betroffen. Die Kreuzbänder übernehmen eine zentrale Funktion bei der Stabilisierung des gesamten Kniegelenks. Neben dem Kreuzband gibt es im Kniegelenk auch noch das Innenband sowie das Außenband als weitere Bandstrukturen. Aber auch Menisken, Schleimbeutel und Knorpel sind Teile des Kniegelenks, die bei einem Schaden am Kreuzband nicht selten in Mitleidenschaft gezogen werden können.

Was ist das Kreuzband?

Es ist nicht ganz korrekt, das Kreuzband nur in der Einzahl zu nennen. Es gibt im Kniegelenk zwei Kreuzbänder - ein vorderes und ein hinteres. Spricht man von den Kreuzbändern, muss man auch feststellen, dass diese streng genommen gar nicht im Kniegelenk liegen, sondern ein wenig außerhalb. Dennoch sind sie wesentlich für die Stabilität des Kniegelenks. Das vordere Kreuzband liegt zwischen Schienbein und Oberschenkelknochen. Der Verlauf dieses Bandes ist von vorne nach unten. Das hintere Kreuzband verläuft andersherum. Der Name "Kreuzband" kommt daher, dass sich beide Bänder in der Mitte kreuzen.

Funktion des Kreuzbands

Die Kreuzbänder nehmen bei der Stabilisierung des Kniegelenks eine zentrale Rolle ein. Das gilt für Belastungen beim Sport und für das normale Laufen. Diese Aufgabe übernehmen sie gemeinsam mit den übrigen Bändern des Kniegelenks: Innenband und Außenband. Die Stabilisierung des Gelenks ist aber nicht die einzige Funktion, die das Kreuzband bzw. die Kreuzbänder übernehmen. Ferner schränken sie die Rotation des Gelenks und die Streckung des Beins ein. Reißt eines der Kreuzbänder, können diese Aufgaben nur unzureichend oder gar nicht mehr übernommen werden.

Die Funktionen der Kreuzbänder im Überblick:

- Stabilisierung des Kniegelenks

- Begrenzung der Rotation im Gelenk

- Begrenzung der Streckung des Beins

Häufigste Verletzung: der Kreuzbandriss

Am häufigsten haben Sie in Bezug auf das Kniegelenk wahrscheinlich vom Kreuzbandriss gehört. Hierbei handelt es sich um eine vor allem von Leistungssportlern gefürchtete Verletzung, da sie meistens zu einer mehrmonatigen Zwangspause führt. Das vordere Kreuzband reißt tendenziell häufiger als das hintere, da es im direkten Vergleich eine größere Last zu tragen hat. Einen Kreuzbandriss können sich allerdings nicht nur Leistungssportler oder Freizeitsportler zuziehen. Wenn Sie etwa im Alltag ungeschickt stürzen oder mit dem Knie wegknicken, können Sie sich diese Verletzung ebenfalls zuziehen.

Behandlung von Kreuzbandverletzungen

Ein Kreuzband muss allerdings nicht immer komplett reißen. Es kann auch zu Teilrissen sowie Zerrungen und Überdehnungen kommen. Während bei Zerrungen und Überdehnungen kein operativer Eingriff nötig ist, entscheiden die behandelnden Ärzte bei Teilrissen oder kompletten Rissen individuell. Was bei einem Kreuzbandriss auffällt: Kommt es zu dieser Verletzung, werden oft auch andere Bereiche des Kniegelenks in Mitleidenschaft gezogen. Nicht selten kommt es auch zu Schäden am Meniskus, dem Knorpel oder an anderen Bändern, die dann allerdings häufig einen operativen Eingriff erfordern.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.