Der längste Röhrenknochen in unserem Körper

Gesundheitslexikon: Femur (Oberschenkelknochen)

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6. September 2019 - 10:32 Uhr

Das Femur ist der stärkste Knochen in unserem Skelett

Das Skelett des menschlichen Körpers besteht aus verschiedenen Arten von Knochen. Sie stützen den Körper, geben ihm Form, schützen Organe, sind Ort der Blutbildung und ermöglichen Bewegungen. Je nach Aufgabe sind sie speziell geformt und haben eine bestimmte Struktur und Größe. Wie die anderen Knochen der Extremitäten gehört das Femur (Oberschenkelknochen), medizinisch auch Os femoris genannt, zu den Röhrenknochen.

Allgemeines

Das Femur bildet die knöcherne Basis des Oberschenkels und ist nicht nur der längste Knochen des gesamten Skeletts, sondern auch der stärkste. Er gehört zu den Röhrenknochen, weil er röhrenförmig aufgebaut ist. In der medizinischen Fachsprache werden sie aufgrund ihrer Form Ossa longa genannt, was "lange Knochen" bedeutet. Das Femur verbindet die Hüfte mit dem Knie. Mit seinem oberen Ende, dem Hüftkopf oder auch Oberschenkelkopf (Caput femoris), liegt der Knochen in der Hüftpfanne, mit der er das Hüftgelenk bildet. Das untere Ende des Femurs stößt mit zwei Knochenvorsprüngen auf den Schienbeinkopf und stellt dort die gelenkige Verbindung des Knies dar.

Anatomie des Femurs

Das Femur hat eine leicht angedeutete L-Form. Der Knochen besteht am oberen Ende aus dem Oberschenkelkopf, der in den Hals übergeht. Danach macht der Knochen am großen Rollhügel (Trochanter major) einen Knick und geht in den Oberschenkelkörper oder -schaft über. Am unteren Ende formen sich die Epikondylen, das sind die zwei Gelenkknorren, die am Kniegelenk beteiligt sind. Im Inneren des Femurs befindet sich eine Markhöhle, die von der Spongiosa – einer schwammartigen Struktur – eingehüllt wird. Um diese legt sich die äußere Schicht, die Compacta, eine feste Knochensubstanz. Der gesamte Knochen wird von Knochenhaut, dem Periost, umgeben.

Funktion des Oberschenkelknochens

Im Oberschenkel liegt nicht nur der längste und stärkste Knochen, sondern auch der größte Muskel des Körpers: der Quadrizeps. Gemeinsam mit anderen muskulären und nervalen Strukturen ist er für die Mobilität des Beins zuständig. Das kugelige Gelenk, das der Knochen mit der Hüfte eingeht, ermöglicht zahlreiche Bewegungen in verschiedene Richtungen. Der Oberschenkel kann nach vorne und hinten gleiten und damit Schreit-, Beuge- und Streckbewegungen durchführen. Weiterhin sind Außen- und Innenrotation sowie Heranziehen (Adduktion) und Abspreizen (Abduktion) des Beins möglich. Das Femur ermöglicht außerdem die Bewegung des Unterschenkels durch die gelenkige Verbindung mit dem Schienbein: dem Kniegelenk.

Erkrankungen und Verletzungen

Durch seine enorme Länge ist der Oberschenkelknochen besonders dem Risiko eines Bruchs ausgesetzt. Kommt es zum Beispiel beim Sport oder durch einen Unfall zu einer plötzlichen starken Krafteinwirkung auf den Knochen, kann er brechen. Eine Fraktur – also ein Bruch – findet meist am Schaft oder auch am Hals statt. Eine Schaftfraktur kann offen oder geschlossen sein, das heißt, entweder mit offener Wunde in der Haut oder ohne. Eine äußerst häufige Erkrankung am Femur ist die Arthrose. Hierbei finden an den Knorpel- und Knochenstrukturen degenerative Veränderungen statt. Das kann entweder oben im Hüftgelenk (Coxarthrose) oder unten im Kniegelenk (Gonarthrose) vorkommen. Das Risiko dieser Erkrankung steigt mit fortschreitendem Alter, durch mangelnde Bewegung und durch Übergewicht.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.