Meist die Folge einer direkten oder indirekten Gewalteinwirkung

Gesundheitslexikon: Fraktur (Knochenbruch)

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5. September 2019 - 13:30 Uhr

Frakturen: Wie geht es nach einem Knochenbruch weiter?

Unter einer Fraktur versteht man die Durchteilung eines Knochens mit der Folge, dass die Bruchstücke durch Bruchspalten voneinander getrennt sind. Die Einteilung der Frakturen erfolgt unterschiedlich und ist nicht international einheitlich. Möglich sind:

- Einteilung nach der Bruchspalte: Riss im Knochen, Spalt im Knochen oder Bruch mit intakter Knochenhaut

- Einteilung nach der Entstehung: direkt am oder entfernt vom Ort der Gewalteinwirkung, Spontanfraktur

- Einteilung nach der Hautbeschaffenheit: offener oder geschlossener Bruch

- Einteilung nach den Fragmenten: einfache oder mehrfache Brüche, Trümmerfrakturen

- Einteilung nach der Frakturlinie: Quer-, Längs-, Schräg-, Spiral- oder Y-Fraktur

Ursachen

Zu 90 Prozent ist die Ursache einer Fraktur stumpfe Gewalteinwirkung. Durch Biegung, Drehung, Schub, Scherung oder Kompression kann der Knochen, abhängig von Festigkeit und Stabilität, seine Form nicht mehr beibehalten und gibt nach. Pathologische Fraktur nennt man einen Knochenbruch, der ohne das Vorliegen eines adäquaten Traumas aufgrund einer erkrankungsbedingten Schwächung des Knochens entsteht. Weitere Ursachen sind primäre Krankheiten wie beispielsweise Osteoporose oder Knochentumore, bei denen das stützende Gewebe des Knochens vorgeschädigt ist. Hier reichen bereits minimale Kräfte, um eine Fraktur herbeizuführen.

Symptome und Diagnose

Bei Verdacht auf eine Fraktur wird medizinisch zwischen unsicheren und sicheren Zeichen unterschieden: Unsichere Zeichen sind Bewegungseinschränkungen, Schmerzen, Schwellungen oder Hämatome. Da auch Ursachen wie Zerrungen oder Entzündungen zugrunde liegen können, muss man auf sichere Bruchzeichen wie abnorme Fehlstellungen, anormale Beweglichkeit oder Knochenreiben achten. Das sicherste Zeichen ist der offene Bruch, bei dem einzelne Fragmente sichtbar sind. Frakturen können mit Begleitverletzungen der Nerven oder Gefäße einhergehen und bei großen Blutverlusten zu einem hypovolämischen Schock führen. Daher ist unbedingt eine schnelle Abklärung notwendig. Ärzte veranlassen zusätzlich bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT oder MRT, um Weichteilschäden auszuschließen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung eines Knochenbruchs erfolgt nach der 3-R-Regel: Reposition, Retention und Rehabilitation. Die einzelnen Frakturfragmente werden entweder geschlossen oder mittels Operation in ihre ursprüngliche Position zurückgeführt. Um ein erneutes Verschieben in der Heilungsphase zu verhindern, wird das betroffene Körperteil ruhiggestellt. In manchen Fällen ist dafür eine sogenannte Osteosynthese notwendig, also die Fixierung der Knochenstücke per Drähte, Schrauben oder Nägel. Meistens verbleibt dann für mindestens vier Wochen ein Gips oder eine spezielle Schiene an den geschädigten Körperstellen. Wichtig ist hierbei die sogenannte Mittelposition, also eine Retention in natürlicher Haltung bei maximaler Ruhigstellung. Während der Rehabilitationsphase bildet der Körper Osteoblasten in den Spalten der Knochenfragmente. Die Osteoblasten sind nach etwa sechs Wochen wieder leicht belastbar.

Vorbeugung

Frakturen geschehen sehr häufig innerhalb von Sekunden, daher ist Vorsicht wie so oft die einzig gute Prophylaxe. Bei Menschen, die unter der Glasknochen-Krankheit leiden, reichen oftmals leichte Kontakte mit festen Gegenständen, die im schlimmsten Fall einen sofortigen Knochenbruch zur Folge haben. Bruchheilungsstörungen wie Osteomyelitis (Knochenhautentzündung), Kontrakturen (Muskelverkürzung), Morbus Sudeck (komplexes Schmerzsyndrom) oder Thrombosen (Blutgerinnsel) kann vorgebeugt werden, indem die von einer Fraktur betroffenen Patienten besonders auf eine gute Hygiene der OP-Wunden achten, regelmäßige physiotherapeutische Übungen durchführen und sich Anti-Koagulantien-Spritzen verabreichen lassen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.