Gesundheitslexikon: STORCH (TORCH)

29. November 2018 - 15:54 Uhr

STORCH: Infektionskrankheiten in der Schwangerschaft – eine Gefahr für Mutter und Kind

Das Akronym STORCH wird in der Geburtshilfe für die Infektionskrankheiten und/oder Erreger genutzt, die die werdende Mutter auf das Ungeborene im Mutterleib oder während der Geburt übertragen kann.

STORCH (im Englischen TORCH) steht für:

– S wie Syphilis

– T wie Toxoplasmose

– O für andere Erkrankungen (englisch für other) wie Listeriose oder Ringelröteln

– R wie Röteln

– C wie Cytomegalievirus

– H wie Herpes-simplex-Viren

Diese Krankheiten können für die Kinder schwere Folgen haben, sodass frühzeitig Maßnahmen ergriffen werden sollten, um eine Ansteckung zu verhindern.

STORCH – Welche Infektionskrankheiten gehören dazu?

Eine Infektionskrankheit, die diaplazentar, also im Mutterleib, über die Plazenta übertragen werden kann, ist die Syphilis. Sie wird durch das Bakterium Treponema pallidum hervorgerufen und kann ab dem vierten Monat bis einschließlich zur Geburt das Ungeborene schädigen. Auch die Toxoplasmose, eine Krankheit, die primär Katzen befällt und über Katzenkot übertragen werden kann, sowie die Röteln und das Herpes-simplex-Virus stellen eine Gefahr für den Fötus dar. Dasselbe gilt für Erreger wie das Parvovirus B19, das Varizella-Zoster-Virus, das Coxsackie-Virus, das Hepatitis-C-Virus, das HI-Virus und Chlamydien. Diese Krankheitsauslöser sind bei dem Akronym STORCH unter dem Buchstaben O (wie others) zusammengefasst.

STORCH – Welche Gefahren bestehen für Mutter und Kind?

Die Folgen einer Infektion unterscheiden sich je nach Erreger. Die meisten Infektionen führen in der Frühschwangerschaft zu einer Fehlgeburt. Spätere Ansteckungen haben hingegen meist Schädigungen des Ungeborenen zur Folge. So äußert sich die angeborene Syphilis beispielsweise durch einen fleckigen Ausschlag, Innenohrschwerhörigkeit und tonnenförmige Schneidezähne. Eine Rötelninfektion in der Schwangerschaft löst in vielen Fällen eine klassische Symptomtrias aus Herzfehler, Trübung der Augenlinse und Innenohrschwerhörigkeit aus. Auch ein niedriges Geburtsgewicht, lebensbedrohliche Hirn- und Hirnhautentzündungen sowie Leberentzündungen können durch eine Rötelninfektion in der Schwangerschaft entstehen. Weitere mögliche Folgen der STORCH-Erkrankungen sind:

– geistige Behinderungen

– Wachstumsverzögerungen

– epileptische Anfälle

– Spastiken

Fehlgeburten und Schäden beim Ungeborenen vorbeugen

Die möglichen Konsequenzen einer Infektion mit den STORCH-Erkrankungen in der Schwangerschaft sind gravierend. Deshalb ist eine frühzeitige Prophylaxe umso wichtiger. Zur STORCH-Vorsorge gehört die Überprüfung des Impfstatus der Mutter bei bestehendem Kinderwunsch. Insbesondere für Röteln, Varizellen und Hepatitis B sollte ein ausreichender Impfschutz bestehen. Ist dies nicht der Fall, sollten diese Impfungen vor einer Schwangerschaft aufgefrischt werden. Spätestens zu Beginn der Schwangerschaft sollte ein Bluttest auf Antikörper gegen die Toxoplasmose durchgeführt werden. Ist dieser Test negativ, muss bei Verdacht auf Toxoplasmose in der Schwangerschaft unverzüglich eine Antibiose durchgeführt werden.

Bei diesen Lebensmitteln ist Vorsicht geboten

Toxoplasmose und Listeriose lassen sich ferner durch einen umsichtigen Nahrungsmittelkonsum und den Verzicht auf manche Lebensmittel vermeiden. Vorsicht ist insbesondere bei rohem Fleisch, nicht pasteurisierter Milch und Milchprodukten wie Camembert oder Blauschimmelkäse und bei rohen Eiern geboten. Auch kontaminierte Erde an Obst und Gemüse kann eine Infektion auslösen. Deshalb sollten alle Lebensmittel vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden. Die Toxplasmose kann ferner über Katzenkot übertragen werden. Wer Katzen als Haustier hat, sollte deshalb das Säubern des Katzenklos während der Schwangerschaft dem Partner überlassen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.