Gesundheitslexikon: Sterilisation der Frau (Tubensterilisation, Tubenligatur)

29. November 2018 - 15:52 Uhr

Unumkehrbare Entscheidung: die Sterilisation der Frau

Bei der Sterilisation der Frau wird die irreversible Unfruchtbarkeit erreicht. Aus diesem Grund ist sie nur dann zur Verhütung geeignet, wenn man sich sicher ist, keine Kinder mehr bekommen zu wollen. Die Sterilisation wird erreicht, indem die Eileiter operativ unterbrochen werden.

Endgültige Unfruchtbarkeit

Bei der Sterilisation der Frau handelt es sich um eine äußerst sichere Verhütungsmethode. Eine natürliche Schwangerschaft der Frau ist nach diesem Eingriff ausgeschlossen. Lediglich die In-Vitro-Fertilisation kann nach einer Sterilisation noch zu einer erfolgreichen Geburt führen. Bei dem auch Tubenligatur genannten Eingriff werden die beiden Eileiter verschlossen, sodass keine Eizellen mehr in den Geburtskanal gelangen können. Einen solchen Eingriff sollte sich aus diesem Grund jede Frau gut überlegen. Er ist nur zu empfehlen, wenn ganz sicher keine Kinderwünsche vorhanden sind.

Ablauf der Operation

Der Eingriff, bei der die Sterilisation der Frau durchgeführt wird, ist mit relativ wenigen Risiken verbunden. Am häufigsten wird ein Stich in den Bauchnabel durchgeführt, um an die Eileiter zu gelangen. Diese werden schließlich entweder mit einem Clip aus Titan oder Kunststoff verschlossen oder elektrisch verödet. Durchgeführt wird diese Operation vor dem Eisprung, also innerhalb der ersten Hälfte des Zyklus, um eine Schwangerschaft weitgehend auszuschließen. Für diesen Eingriff ist eine Vollnarkose notwendig. Durchgeführt wird er sowohl ambulant als auch stationär.

Tubensterilisation ist eine der sichersten Verhütungsmethoden

Als Empfängnisverhütung ist die Sterilisation der Frau äußerst effektiv. Statistisch gesehen werden nur eine bis zwei von 1000 Frauen nach der Operation trotzdem schwanger. Die Sterilisation zählt somit zusammen mit der Pille zu den erfolgreichsten Verhütungsmitteln. Dabei betreffen solche unerwarteten Schwangerschaften in den meisten Fällen jüngere Patientinnen. Nicht zuletzt hängt der Erfolg des Eingriffs auch von der Methode und dem Können des Arztes ab. Sehr selten kommt es vor, dass sich ein Eierstock und der Geburtskanal auf neuem Weg wieder verbinden.

Körperliche Nebenwirkungen und Komplikationen der Tubenligatur

Manchmal, wenn auch äußerst selten, kann es bei der Sterilisation der Frau zu Komplikationen kommen. Dazu zählen mögliche innere Verletzungen im Bauchbereich sowie Blutungen an den inneren Organen. Auch können Infektionen oder Störungen beim Heilprozess auftreten. Eine Eileiterschwangerschaft, welche zu schwerwiegenden Problemen führen kann, kann ebenfalls auftreten. Hormonelle Auswirkungen sind nach einer Tubensterilisation eher nicht zu erwarten, da durch sie der Hormonhaushalt im Grunde nicht beeinträchtigt wird. Auch der Menstruationszyklus ändert sich nach einem solchen Eingriff normalerweise nicht. Falls dem doch so ist, können Schlafstörungen, sexuelle Lustlosigkeit und Hitzewallungen vorkommen.

Mögliche psychologische Folgen der Sterilisation

Die Eileitersterilisation der Frau ist ein unumkehrbarer Eingriff. Nicht selten kann es daher vorkommen, dass Frauen diesen Eingriff zu einem späteren Zeitpunkt bereuen. Psychische oder seelische Beeinträchtigungen sind in der Regel dann vorprogrammiert, wenn diese Form der Verhütung ohne genügend Bedenkzeit durchgeführt wurde. Häufig ist dies der Fall, wenn die betroffene Frau noch jung ist. Deshalb sollte man sich vor der Entscheidung für eine Sterilisation auf jeden Fall gut beraten lassen und sich genügend Zeit zum Überlegen lassen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.