2018 M11 29 - 16:50 Uhr

Der Eisprung ist der fruchtbarste Tag im Zyklus

Im medizinischen Fachjargon wird der Eisprung als Follikelsprung oder Ovulation bezeichnet. Der Begriff steht für die Loslösung der unbefruchteten Eizelle von seiner Follikelhülle im Eierstock und der anschließenden Aufnahme durch die Fimbien der Eileiter. In den meisten Fällen findet der Eisprung zwischen dem 11. und 16. Zyklustag statt, wobei der erste Tag der Beginn der Monatsblutung ist. Bereits seit dem frühen 12. Jahrhundert wissen Gelehrte um diesen Zeitpunkt der Fruchtbarkeit, worin beispielsweise bestimmte Reinheitsgebote aus der jüdischen und muslimischen Religion begründet sind.

Was passiert physiologisch beim Eisprung?

Die Eierstöcke tragen von Geburt an etwa eine Million unreife Eizellen in sich. Zu Beginn eines Zyklus, also mit dem Einsetzen der Monatsblutung, reifen etwa zehn dieser Eizellen heran, woraus sich jedoch nur eine vollständig entwickelt. Diese dominante Eizelle ist von einer Hülle umgeben und wird in ihrer Einheit als Follikel bezeichnet. Wenn die Gebärmutterschleimhaut gut aufgebaut und der Muttermund leicht geöffnet ist, bewirkt ein Zusammenspiel verschiedener Hormone die Vorwölbung des Eierstocks und die Zersetzung der Follikelwand. Die Eizelle wird aus dem Eierstock in den Eileiter abgegeben.

Welche Hormone beeinflussen die Ovulation?

Im Hypothalamus im Gehirn wird GnRH ausgeschüttet, was die Produktion von LH und FSH anregt. FSH bewirkt das Wachstum der unreifen Eizellen. Die Follikel selbst produzieren Estradiol, was wiederum zu einem Rückgang des FSH führt. Der dominante Follikel nimmt die Reste des FSH auf und bewirkt somit ein Absterben der kleineren Follikel. Das Estradiol des Primärfollikels führt im Gehirn zu einer immensen Ausschüttung von LH. Dieser Anstieg löst etwa 24 Stunden später den Eisprung aus. Ob die Follikel im rechten oder linken Eierstock reifen, ist nicht beeinflussbar, es existiert auch keine Reihenfolge.

Welche Faktoren beeinträchtigen den Follikelsprung?

Störungen in der Pubertät, in der Menopause, nach einer Schwangerschaft und nach dem Absetzen hormoneller Verhütungsmittel sind physiologisch und regulieren sich im Normalfall selbst. Wirkliche Zyklusstörungen werden vor allem durch die folgenden Ursachen ausgelöst:

- Stress

- Hochleistungssport

- Diäten

- Essstörungen

- bestimmte Krankheitn

Dadurch kann es vorkommen, dass die Follikel zum Beispiel zu lange zum Reifen benötigen, der Eisprung mit einer noch unreifen Eizelle stattfindet, es zu keinem Eisprung kommt oder Zysten im Eierstock die Ovulation behindern.

Warum haben viele Frauen Probleme, die fruchtbaren Tage auszumachen?

Redewendungen wie "in der Mitte des Zyklus" oder "um den 14. Tag" sind für viele Frauen irreführend, denn der Eisprung ist von diversen Faktoren abhängig. Prinzipiell lässt sich aber sagen, dass die Ovulation etwa 14 Tage vor Beginn der nächsten Periode stattfindet. Daher ist auch die Zeit der fruchtbaren Tage klar, denn die Spermien haben eine Überlebensdauer von etwa fünf Tagen. Geht man von einem 28-Tage-Zyklus aus, haben etwa ein Viertel aller Frauen am 14. oder 15. Zyklustag ihren Eisprung und sind somit vom 10. bis zum 16. Tag fruchtbar. Alle anderen Frauen schwanken um ein bis vier Tage.