Gesundheitslexikon
Gesundheitsbegriffe einfach erklärt

Gesundheitslexikon: Iontophorese

Iontophorese hilft unter anderem gegen übermäßiges Schwitzen

Wer an dermatologischen Problemen leidet, ist vielleicht schon mit der sogenannten Iontophorese in Berührung gekommen. Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein medizinisches Verfahren, bei dem elektrischer Gleichstrom als Hilfsmittel bei der Behandlung angewendet wird. Das Verfahren wird primär im dermatologischen Bereich – zum Beispiel bei heftigem Schwitzen an Händen, Füssen und Achselhöhlen – angewendet und gilt als ungefährlich.

Was versteht man unter Iontophorese?

Die Iontophorese stellt ein Verfahren dar, das mit dem elektrischen Strom arbeitet. Mit Hilfe eines schwachen Gleichstroms soll die Aufnahme von Heilstoffen durch die Haut ermöglicht und erleichtert werden. Die Arzneistoffe sollen dadurch einfach in das menschliche Gewebe eingebracht werden, um dort ihre volle Wirkung entfalten. Bei der Iontophorese müssen die Arzneistoffe über eine elektrische Ladung verfügen, damit diese die Haut durchqueren und in das Blut oder in das Gewebe des Körpers gelangen können. Die Arzneistoffe können dabei in unterschiedlichen Formen vorliegen. Meist werden die Arzneimittel als Salbe aufgetragen.

Wie gestaltet sich der Ablauf der Iontophorese? Welche Methoden gibt es?

Bei der Iontophorese wird die Haut des Patienten sowie das darunter liegende Gewebe mittels hoher Medikamentenkonzentration behandelt. Die Haut des Patienten wird zuerst befeuchtet, danach wird durch die befeuchtete Haut ungefährlicher Gleichstrom geleitet. Mittels Elektroden-Spannung kann ein Arzneimittel aufgeladen werden, um dann dank der Ionenwanderung in die Haut zu gelangen. Bei der Behandlung von Hautproblemen wendet man vor allem Medikamente in Form von Salben an. Die Intensität der Salben kann durch die Strom-Behandlung erhöht werden. Mittels Ionenwanderung soll die Salbe besser in die Haut eindringen und eine bessere Wirkung entfalten. Die Stromstärke sowie die Dauer der Behandlung haben einen Einfluss darauf, welche Menge Arzneimittels aufgetragen wird.

Bei welchen Problemen wird die Iontophorese-Therapie eingesetzt?

Die Iontophorese ist ein unkompliziertes Verfahren, das seit mehr als 50 Jahren angewendet wird. Man verwendet es sowohl für therapeutische als auch für diagnostische Zwecke und es kommt zumeist im Bereich der Dermatologie zum Einsatz. Iontophorese wird bei vielfältigen Problemen angewendet: Diese reichen von einer übermäßigen Schweißproduktion über rheumatische Erkrankungen bis hin zu einer starken Cellulitis. Auch zur Behandlung von atrophen Hautnarben kann die Iontophorese ein hilfreiches Verfahren darstellen. Die Iontophorese als diagnostisches Mittel findet oftmals Verwendung bei der Feststellung der Erbkrankheit Mukoviszidose.

Was sollte man beachten?

Obgleich es beim Eintauchen des Körpers in Wasser zu einem leichten Stromschlag mit kribbelndem Empfinden kommen kann, ist die Iontophorese ungefährlich. Beim Aufkommen von Schmerzen muss der Stromfluss allerdings auf alle Fälle reduziert werden. Vor einer Behandlung mittels Iontophorese muss der Patient alle metallischen Gegenstände ablegen, damit Hautverbrennungen verhindert werden können. Um etwaigem Schmerz vorzubeugen, sollten offene Hautstellen mit Vaseline versorgt werden. Bei schwangeren Frauen, Menschen mit Herzschrittmacher oder Metallimplantaten sowie bei Frauen mit Metall-Spirale als Verhütungsmittel darf die Iontophorese nicht angewendet werden. Auch wenn große Wunden vorliegen, die nicht abdeckbar sind, sollte die Iontophorese vermieden werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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