Gesundheitslexikon: Verbrennung (Brandverletzung)

29. November 2018 - 15:48 Uhr

Verbrennungen und Verbrühungen - von harmlos bis schwerwiegend

Manch ein Betroffener kommt bei einer Verbrennung mit einer leichten Rötung und einem Schrecken davon. Doch es gibt auch schlimmere Verbrennungsfälle, bei denen es besonders auf die Erstversorgung und die Weiterbehandlung ankommt.

Definition und Ursachen

Unter einer Verbrennung versteht man eine Verletzung der Haut durch eine Reizung über 52 Grad Celsius. Ist die Ursache eine heiße Flüssigkeit, spricht man von einer Verbrühung. Verbrennungen werden je nach Tiefe in Gradeinteilungen kategorisiert, wobei eine Brandwunde Grad eins nur die oberste Hautschicht betrifft, bei Grad vier die Schädigung bis zu den Knochen und Muskeln reicht. Verbrennungen entstehen durch thermische Reizungen wie Flammen oder Wasser, elektrische Reizungen beispielsweise durch einen Stromschlag und chemische Reizungen mittels Laugen oder Säuren. Besonders kleine Kinder, Senioren und Menschen, welche beruflich mit Gefahrenstoffen agieren, sind gefährdet, Verbrennungen zu erleiden.

Symptome und Diagnose

Die Symptome richten sich nach der Tiefe der Hautschädigung und sind abhängig von der Dauer der Reizexposition, der Reizart und der Akutbehandlung. Bei Verbrennungen ersten Grades treten Rötungen, Schwellungen und Schmerzen auf. Ab Grad zwei zeigen sich offene Blasen, blasse Haut und geringere Schmerzen. Haare und Nägel sind erhalten. Bei Grad drei erkennt man einen grauen Wundgrund, lederartige Haut und den Ausfall von Haaren und Nägeln. Es treten keine Schmerzen auf. Verbrennungen vierten Grades verfügen über einen schwarzen Wundgrund, Muskeln und Knochen werden sichtbar. Das klinische Bild ist meist aussagekräftig genug. Mediziner schätzen den Anteil der Verbrennung gerne zusätzlich nach der sogenannten Neunerregel ab. Ist die Brandwunde geöffnet, gibt ein Wundabstrich Auskunft über etwaige Keimbesiedelungen und medikamentöse Therapie.

Behandlung und Therapie

Alle Verbrennungen über Grad zwei sollten stationär behandelt werden, um Komplikationen wie Verbrennungsschock, akutes Nieren- oder Lungenversagen sowie Herzrhythmusstörungen frühzeitig zu erkennen und zu therapieren. Als Ersthelfer kann man bei der Grundversorgung folgende Punkte beachten:

- Brennendes löschen oder entfernen

- Wunde mindestens 15 Minuten kühlen

- anschließend steril abdecken

- bei großen Verbrennungen Rettungsdienst alarmieren

Kleinere Brandwunden der Kategorie eins und zwei sind prinzipiell durch Laien selbst zu behandeln. Mit den richtigen Externa und Wundauflagen erzielen Betroffene meist sehr gute Erfolge bei der Wundheilung. Die Behandlung bei Grad eins kann aus einem Gel- oder Salbenverband und kühlenden Umschlägen bestehen. Bei Grad zwei tragen Sie Silbersalbe und legen Fettgaze auf. Anschließend binden Sie Suprathel oder einen anderen lockeren Verband darüber.

Vorbeugung

Viele Verbrennungen von Grad eins und zwei lassen sich durch Vorsichtsmaßnahmen vermeiden. So können Kinder mittels speziellen Sicherungssystemen davor bewahrt werden, beispielsweise auf den Herd zu fassen, heiße Töpfe herunterzureißen, sich auf den Kachelofen zu setzen oder chemische Mittel in die Hände zu bekommen. Auch Senioren profitieren von verschiedenen Schutzanlagen in Küche, Garten oder Keller. Als Erwachsener sollte man beispielsweise bei der Bedienung von elektrischen Geräten stets die Angaben des Herstellers beachten und keine waghalsigen Selbstversuche unternehmen. Haben Sie eine Verbrennung erlitten, ist es von Vorteil, sich während der Akutphase eiweiß- und vitaminreich zu ernähren, da diese Stoffe eine positive Wundheilung unterstützen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.