Gesundheitslexikon: Hyperhidrose

29. November 2018 - 15:47 Uhr

Hyperhidrose – das Phänomen des übermäßigen Schwitzens

Das Krankheitsbild Hyperhidrose in seinen unterschiedlichen Ausprägungen ist nicht nur schwer zu ergründen und zu diagnostizieren, sondern es belastet den Patienten emotional sehr stark und bietet nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten. Erfahren Sie mehr zu den Erkennungsarten, den Therapiemethoden sowie dem Umgang mit der Krankheit.

Was ist Hyperhidrose?

Ob in Stresssituationen, krankheitsbedingt oder einfach nur aufgrund übermäßiger Hitze: Die Schweißproduktion des Körpers ist höchst individuell und beginnt bei allen Menschen unterschiedlich schnell und stark. Hierbei stellen diese Ursachen der Schweißbildung allerdings den Regelfall dar und fallen gesellschaftlich nicht unangenehm auf. Anders verhält es sich bei Hyperhidrose. In unterschiedlichen Formen auftretend, versteht man unter Hyperhidrose die krankhafte Art des übermäßigen Schwitzens. Hierbei können nur Körperpartien wie Hände und Füße oder auch der ganze Körper betroffen sein. Es gibt zudem verschiedene Formen.

Welche Ursachen und Symptome gibt es?

Die Hyperhidrose wird in zwei Formen unterteilt: idiopathische/primäre und sekundäre Hyperhidrose. Bei erstgenannter sind die Ursachen unbekannt. Die sekundäre hingegen kann auf vielfältige Möglichkeiten der Verursachung zurückgeführt werden. Auszugsweise sind Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, Wechseljahre oder Medikamentennebenwirkungen zu nennen. Mediziner gehen bei der primären Variante von einer Überaktivität des Nervensystembereichs aus, welcher die Schweißdrüsenfunktion reguliert. Symptome sind bei beiden Erscheinungsformen anfallartige Schweißausbrüche an Körperregionen und/oder dem gesamten Körper. Bei der primären Hyperhidrose leiden die Betroffenen in der Regel lediglich am Tag unter dem Krankheitsbild. Nachts verhält sich der Körper "normal".

Wie wird das Krankheitsbild als solches diagnostiziert?

Auf den ersten Blick stellt sich schnell die Frage, welche Grenze zwischen frühzeitigem Schwitzen und einer krankhaften Form der Hyperhidrose zu ziehen ist. Grundsätzlich leiden Patienten durch die, in auffallend starker Ausprägung, eintretenden Schweißattacken unter gesellschaftlichen Einschränkungen. Aus Angst meiden sie oft übermäßigen Hautkontakt, wegen nasser Hände oder Vorträge vor größeren Personengruppen, aufgrund starker Schweißbildung auf der Stirn und am ganzen Körper. Mediziner können neben einer allumfänglichen Befragung (Anamnese), einen Jod-Stärke-Test sowie eine Gravimetrie durchführen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten und Therapien gibt es?

Je nach Schweregrad und dazugehöriger Alltagsbelastung sind unterschiedliche Therapieformen anwendbar. Neben schweißstoppenden Mitteln, sogenannten Antitranspiranten mit Aluminiumchlorid in unterschiedlichen Formen (zum Beispiel als Roller oder Spray), sind ebenfalls methenaminhaltige Salben anwendbar. Diese sind apothekenpflichtig. Die Leitungswasser-Iontophorese zielt auf die Behandlung von Hand- und Fußbereichen ab. Salbeiextrakte zur Einnahme oder zum Auftragen gehören genauso wie Entspannungstherapien, zum Beispiel Autogenes Training, zu den nicht-operativen Möglichkeiten, die Betroffenen zur Wahl stehen. Diese sowie das Spritzen von Botulinumtoxin A kommen bei sehr starken Formen der Hyperhidrose in Frage.

Bestehen Möglichkeiten der Vorbeugung?

Besonders die primäre Hyperhidrose findet ihre Grundlage nach derzeitigem medizinischen Kenntnisstand hauptsächlich in den Erbanlagen der Patienten. Allerdings sind auch bei dieser Form, wie bei der sekundären Hyperhidrose, allgemein positiv wirkende Maßnahmen möglich. Die sekundäre Hyperhidrose ist besonders durch die Behandlung des damit einhergehenden, nebenursächlichen Krankheitsbildes zu beeinflussen. Allgemeine Grundsätze wie gesunde Ernährung, Sport, wenig Alkohol und die Vermeidung von Übergewicht wirken sich regulierend auf den Körper aus und schaffen die Grundlage, Hyperhidrose zu vermeiden oder zumindest einer starken Ausprägung vorzubeugen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.