Freie Radikale können die Hautalterung vorantreiben

Gesundheitslexikon: freie Radikale

18. November 2019 - 13:46 Uhr

Freie Radikale – nur im Übermaß schädlich

Freie Radikale spielen für alle Organismen eine große Rolle. Sie entstehen ständig bei allen biochemischen Prozessen. In hoher Konzentration schädigen sie den Organismus, in geringer Konzentration besitzen sie jedoch einige positive Eigenschaften.

Was sind freie Radikale?

Freie Radikale stellen Molekülbruchstücke dar, denen ein Elektron fehlt. Meist handelt es sich um Sauerstoffverbindungen. Da der Zustand gepaarter Elektronen sehr stabil ist, versuchen die freien Radikale, Elektronen einzufangen. Dabei greifen sie die in der Nähe befindlichen Moleküle an, um ihnen ein Elektron zu entreißen. Ein Molekül, dessen Elektron leicht zu entfernen ist, wird nun seinerseits in ein freies Radikal verwandelt. Es bildet sich dabei eine Kettenreaktion heraus. Viele Biomoleküle werden bei diesem Prozess oxidiert und verlieren dadurch ihre Wirksamkeit. Im Laufe der Evolution haben die Organismen Mechanismen entwickelt, um die sich bildenden freien Radikale einzuschränken und sie gleichzeitig auch zur Bekämpfung von Bakterien, Viren und anderen schädlichen Substanzen zu nutzen. Daher ist eine geringe Menge freier Radikale für den Organismus nützlich. Wenn ihre Konzentration jedoch zu hoch wird, überwiegt ihre schädigende Wirkung.

Wie wirken die freien Radikale auf den Organismus?

Freie Radikale verändern durch Oxidation körpereigene Biomoleküle. Es entstehen giftige Abbauprodukte, welche die Zelle schädigen. Die Zellmembran kann sogar so stark geschädigt werden, dass die Zelle abstirbt. Großen Schaden können die freien Radikale auch in der DNA anrichten. Sie kann so verändert werden, dass sich vielfältige Mutationen bilden. Jede Mutation kann wiederum Veränderungen in der Zellfunktion hervorrufen. Schließlich ist die Entstehung von Krebs möglich. Auch das Knorpelgewebe der Gelenke wird durch freie Radikale angegriffen. Dadurch kann es zu Arthritis und rheumatischen Erkrankungen kommen. Viele Rezeptoren für Biomoleküle können zerstört werden. Wenn beispielsweise der Insulinrezeptor nicht mehr vollständig funktioniert, ist die Entwicklung von Diabetes Typ 2 möglich. Eine typische Folge der Wirkung von freien Radikalen ist die Arteriosklerose. Auch das Bindegewebe der Haut leidet unter freien Radikalen. Die Haut wird faltig und altert schneller. Die freien Radikale sind also mitverantwortlich für die Entstehung von degenerativen Erkrankungen, von Krebs und für die Alterung des Organismus. In geringen Konzentrationen unterstützen die freien Radikale den Organismus jedoch auch bei der Immunabwehr und der Krebsbekämpfung.

Wann kommt es zu erhöhten Konzentrationen an freien Radikalen?

Besonders hohe Konzentrationen an freien Radikalen treten beim Kontakt mit Umweltgiften auf. Sie entstehen hier beim Abbau der körperfremden Verbindungen in hohen Konzentrationen. Besonders im Zigarettenrauch befinden sich viele freie Radikale. Auch bei Stress und Erkrankungen entstehen viele freie Radikale.

Wie reagiert der Organismus auf freie Radikale?

Der Organismus erzeugt zum Abfangen von freien Radikalen eigene Antioxidantien wie das Tripeptid Glutathion. Allerdings ist die Kapazität der körpereigenen Antioxidantien bei sehr hohen Konzentrationen an freien Radikalen schnell erschöpft. Der Körper ist daher auf Antioxidantien angewiesen, die von außen zugeführt werden müssen. Dazu zählen viele Vitamine wie Vitamin C, E oder Betakarotin. Des Weiteren wirken auch einige sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole oder Flavonoide als starke Radikalenfänger.