Gutartiger Tumor im Schädel

Gesundheitslexikon: Akustikusneurinom

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28. März 2019 - 11:02 Uhr

Gutartiger Tumor im Schädel - das Akustikusneurinom

Das Akustikusneurinom gilt als seltener und gutartiger (benigner) Tumor, der den Hör- und Gleichgewichtsnerv betrifft. Er kann ohne jegliche Beschwerden einhergehen, aber auch Schwindel und Hörminderungen hervorrufen.

Was ist das Akustikusneurinom?

Beim Akustikusneurinom handelt es sich um eine gutartige Tumorbildung im Inneren des Schädels. Es setzt am Nervus vestibulochochlearis, dem Hör- und Gleichgewichtsnerv, an. Genau genommen handelt es sich also um keinen richtigen Hirntumor, sondern um eine Wucherung des peripheren Nervensystems. In den meisten Fällen wächst es zwischen Kleinhirn und Brücke - daher wird es auch als Kleinhirnbrückenwinkeltumor bezeichnet. Da es sich um eine gutartige Wucherung handelt, bildet das Akustikusneurinom keine Metastasen. Es wächst vergleichsweise langsam. Die meisten Betroffenen erkranken zwischen 30 und 50 Jahren daran. Laut der Deutschen Krebsgesellschaft macht es circa acht Prozent aller Schädeltumore aus.

Ursachen für ein Akustikusneurinom

Der Schulmedizin ist bislang nicht vollständig bekannt, woraus sich ein primärer Hirntumor wie das Akustikusneurinom bildet. Allerdings ergaben Studien, dass sich diese häufiger bei immungeschwächten Menschen bilden. Mögliche Ursachen können beispielsweise HIV-Infektionen oder vorangegangene Organtransplantationen darstellen. Als weiterer Risikofaktor für das Entstehen des Akustikusneurinoms gilt die Bestrahlung des Nervensystems. Diese kann aufgrund vorheriger Krebserkrankungen vonnöten gewesen sein. Allerdings gibt es nicht nur die erworbene Variante, sondern auch eine erblich bedingte. In diesem Fall geht das gutartige Geschwulst mit Krankheitsbildern wie einer Neurofibromatose oder dem Li-Fraumeni-Syndrom einher.

Symptome eines Hirntumors

Die Anzeichen, die auf ein Akustikusneurinom hinweisen können, sind vielfältig und teilweise unspezifisch. Zu den häufigsten Symptomen zählen allgemeines Unwohlbefinden, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Auch Krampfanfälle sind möglich. Die Symptomatik kann sich mit dem Wachstum der Wucherung verschärfen. Die für die Betroffenen unangenehmen Begleiterscheinungen resultieren aus dem Platzmangel im Schädel, der durch die Wucherung hervorgerufen wird. In drastischeren Fällen kann es zu Seh- und Hörstörungen kommen. Dies geschieht, wenn das Akustikusneurinom Druck auf den jeweiligen Nervenstrang ausübt. Im fortgeschrittenen Stadium sind auch Gedächtnisverluste und Persönlichkeitsveränderungen charakteristische Symptome.

Diagnose eines Akustikusneurinom

Besteht der Verdacht auf ein Akustikusneurinom, sollte ein Neurologe (Facharzt für Nervenheilkunde) konsultiert werden. Zunächst führt dieser eine umfangreiche Patientenbefragung durch, genannt Anamnese. Dabei können mögliche Vorerkrankungen, die den Tumor begünstigen können, aus- oder eingeschlossen werden. Im Anschluss werden neurologische Untersuchungen durchgeführt. Hierunter fallen Muskel-, Pupillen- und Koordinationstests. Des Weiteren kann das Beleuchten des Augenhintergrundes Aufschluss über ein mögliches Akustikusneurinom geben. Um absolute Gewissheit zu erlangen, bieten sich Maßnahmen wie die Computer- oder Kernspintomografie an. Auch kann das Nervenwasser untersucht werden. Als weitere alternative Methode eignet sich die Messung der elektrischen Hirnströme.

Akustikusneurinom: Behandlung für eine sinnvolle Therapie

In den meisten Fällen empfiehlt sich eine operative Maßnahme, um ein Akustikusneurinom sinnvoll zu therapieren. Je nach Lage und Stadium kann der Tumor partiell oder vollständig entfernt werden. Selbst wenn nur eine Verkleinerung des Akustikusneurinoms möglich ist, kann dies zum Wohlbefinden des Patienten beitragen. Neben der Operation können auch Chemo- und Strahlentherapien angewendet werden. Sie setzen ebenfalls auf eine Eindämmung der Wucherung. Anschließend sind in der Regel medikamentöse Therapien für die weitere Genesung vorgesehen. Das Krankheitsbild bietet eine gute Prognose für den Heilungsprozess.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.