Gesundheitslexikon: Schädel

29. November 2018 - 15:55 Uhr

Der Schädel – die schützende Hülle des Gehirns

Wer als "Dickschädel" betitelt wird, freut sich selten über diese Bezeichnung. Dabei ist es gar nicht so schlecht, über einen dicken und damit möglichst stoßsicheren Schädel zu verfügen. Frauen haben im Durchschnitt sogar einen noch etwas dickeren Schädel als Männer. Was den hohlen und runden Knochenaufbau so einzigartig macht, erfahren Sie hier.

Was ist der Schädel?

Der Schädel ist kapselartig aus Knochensubstanz ausgebildet und sitzt, verbunden über die Halswirbelsäule, auf dem Rumpf auf. Er bildet eine schützende Hülle um das Gehirn. An der Vorderseite des Schädels befindet sich der Kopf beziehungsweise das Gesicht. Der Schädel hat einige Öffnungen, von denen der Mundes, der Bereich der Augenhöhlen, der Übergang der Nase sowie die nach innen geöffneten Gehörgänge der Ohren offensichtlich sind. Auch im Bereich des Nackens ist der Schädel unverschlossen. Durch diesen Kanal verlaufen die wichtigen Versorgungsbahnen und Nerven. Auf dem Schädel aufliegend befinden sich die Muskeln, Faszien und das Gewebe sowie Haut und Haare.

Anatomie des Schädels

Der Schädel ist als Knochengebilde ein Bestandteil des Skeletts. Er ist grob in zwei Bereiche zu unterteilen: Der Hirnschädel, die stabile Bedeckung um das Hirn herum, besteht aus sieben fest miteinander verbundenen einzelnen Knochenplatten, die durchschnittlich rund 6 Millimeter dick sind. Nach vorne hin zeigt sich der Gesichtsschädel. Seine charakteristische Form mit den vielen Wölbungen und Kanten ist die Grundlage des menschlichen Gesichts. Er besteht aus ungefähr 15 einzelnen kleinen Knochen, wobei manche noch das Zungenbein und die Knochen des Gehörganges dazu zählen. Nach unten hin an den Schädel angeschlossen ist das Kiefergelenk.

Funktion des Schädels

Die wichtigste Aufgabe des Schädels besteht im Schutz des Gehirns. Da das Hirn von zentraler Bedeutung für das Überleben ist, bettet der Schädel die weiche Gehirnmasse sicher in seinem Inneren ein. Aus diesem Grund ist das Schädeldach besonders stabil und dick. Es ist wohl kein Zufall, dass die weiteren wichtigen Sinnesorgane (Mund, Augen, Nase, Ohren) ebenfalls alle im Schädel angelegt sind: Er bietet größtmöglichen Schutz. Dabei zeigt sich, dass die knöcherne Konstruktion schlau aufgebaut ist. Um Gewicht einzusparen und den Schädel proportional nicht unnötig schwer zu machen, sind gerade die vorderen Bereiche des Gesichtsschädels überwiegend in Form von leichten aber stabilen Nebenhöhlen konstruiert.

Verletzungen und Erkrankungen des Schädels

Der Schädel ist äußerst robust und nimmt viele Stöße problemlos hin. Trotzdem kann es durch massive Gewalteinwirkung, wie bei einem Unfall oder Stoß, zu einer Fraktur der Schädelknochen kommen. Praktisch alle einzelnen Knochen des Schädels können zerbrechen bzw. zertrümmert werden, wie bei einem Schädelbasisbruch oder einer Schädelfraktur. Besonders schlimm stellt sich ein Bruch dar, wenn Gewebewasser aus dem Gehirn abgeleitet wird oder es unter der Schädeldecke zu Einblutungen kommt. Verletzte knöcherne Bereiche hingegen heilen in der Regel recht schnell wieder aus. In seltenen Fällen können Karzinome vom Gehirn bzw. der Hirnhaut aus auch den Schädelrand befallen und angreifen.