Oftmals Symptom einer Epilepsie

Gesundheitslexikon: Krampfanfall

28. Oktober 2019 - 15:14 Uhr

Krampfanfall - der häufigste neurologische Notfall

Ein epileptischer Anfall, umgangssprachlich auch Krampfanfall oder Fallsucht genannt, ist eine spontane synchrone Entladung von Neuronen im Gehirn. Dieser Vorgang führt zu nicht beeinflussbaren motorischen und psychischen Verhaltensmustern. Unterschieden wird zwischen generalisierten Anfällen, bei denen die Entladung in großen Bereichen des Gehirns stattfindet, und fokalen Anfällen, die aufgrund der begrenzt betroffenen Hirnregion weniger auffällig verlaufen.

Ursachen

Etwa 60 Prozent aller Krampfanfälle lassen sich nicht auf eine bestimmte Ursache zurückführen. Dabei spielen besonders anfallsartige Ereignisse in der Kindheit und im höheren Erwachsenenalter eine bedeutende Rolle, da diese den Medizinern bis heute Rätsel in der Ursachenforschung aufgeben. Unterschieden werden von diesen sogenannten idiopatischen Krampfanfällen die symptomatischen. Ursachen sind dort Schädel-Hirn-Verletzungen, Schlaganfälle, Hirnentzündungen, Hirntumore oder frühkindliche Hirnschädigungen, die oftmals mit einem erhöhten Risiko der Epilepsie einhergehen. Etwa jeder zehnte besitzt eine erhöhte Krampfbereitschaft, die sich durch bestimmte Auslöser tatsächlich provozieren lässt. Darunter fallen beispielsweise:

Symptome von Krampfanfällen

Kleinere fokale Anfälle werden von Außenstehenden oftmals gar nicht bemerkt. Betroffene berichten von Bewusstseinspausen oder Missempfindungen einzelner Extremitäten. Hinzu können kurze Zuckungen einzelner Körperpartien kommen, hauptsächlich sind Augäpfel, Schultern und Arme betroffen. Auch motorische Automatismen wie Nesteln oder seltsame Bewegungsabfolgen spielen eine Rolle im Verlauf eines kleinen Krampfanfalls. Im Gegensatz dazu verlaufen Grand-Mal-Anfälle sehr fulminant. Beginnend mit einer Aura, die nur Betroffene selbst wahrnehmen, folgt eine Art Starre, bei der ein Krampfleidender wie ein Brett zu Boden fallen kann. Anschließend beendet ein Zucken und Verkrampfen sämtlicher Muskelpartien den großen Anfall. In dieser Phase kann es durch die Krämpfe zu Zungen- oder Wangenbissen, Schaumbildung im Mund und Urinabgang kommen.

Diagnose

Die meisten Betroffenen fallen nach dem Anfall in einen stundenlangen Tiefschlaf und können sich nicht mehr an das Geschehnis erinnern. Gerade bei Grand-Mal-Anfällen besteht akute Gefahr, wenn Betroffene allein sind. Bemerken Betroffene oder Außenstehende oben genannte Symptome, sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden. Mittels EEG ist es möglich, die Hirnströme zu messen und Informationen über die allgemeine Krampfbereitschaft des einzelnen zu erhalten. Zudem kann ein EEG mit sogenannten Provokationsfaktoren, also mit Flackerlicht oder nach Schlafentzug, vorgenommen werden, um Krampfanfälle noch sicherer zu diagnostizieren. Zum Ausschluss symptomatischer Epilepsien wenden Mediziner zudem gerne bildgebende Verfahren wie MRT oder CT an.

Behandlung und Therapie

Die Therapie erfolgt meist medikamentös. Sind Betroffene stark krampfgefährdet oder fand bereits mehr als ein Krampfanfall statt, werden sie auf antikonvulsive Medikamente eingestellt. Dieses Procedere nimmt eine gewisse Zeit in Anspruch und ist nicht frei von Nebenwirkungen, weshalb in jedem Fall Kosten und Nutzen abgewogen werden müssen. Im Falle eines akuten Krampfanfalls ist es vor allem wichtig, dem Betroffenen Beistand zu leisten, zum Beispiel durch:

  • Entfernen von Gegenständen aus der Umgebung
  • Lockern beengter Kleidung
  • Anfallsbeobachtung im Hinblick auf Veränderungen vor dem Anfall, Bewusstsein während des Anfalls, Augenrichtung, Schaum, Bisswunden, Hautfarbe, Ausscheidungen, Dauer
  • nach dem Anfall Mundspülung anbieten und Krankenwagen rufen
  • Behandlung von Kopfschmerz mit Pfefferminzöl

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.