Unerklärliche Ufo-Sichtungen?

US-Geheimdienste müssen Ufo-Wissen im nächsten halben Jahr preisgeben

Unerklärliche Ufo-Sichtungen? Die US-Geheimdienste sollen noch im nächsten halben Jahr ihr Wissen zu unbekannten Flugobjekten präsentieren.
Unerklärliche Ufo-Sichtungen? Die US-Geheimdienste sollen noch im nächsten halben Jahr ihr Wissen zu unbekannten Flugobjekten präsentieren.

12. Januar 2021 - 11:39 Uhr

von Finn Rütten

Seit Jahren untersuchen die USA unerklärliche Ufo-Sichtungen ihrer Militärpiloten. Sehr bald werden diese Ergebnisse ihren Weg in die Öffentlichkeit finden. Ein entsprechendes Gesetz war Teil eines 5600-Seiten-Dokuments, das Noch-Präsident Trump zum Jahreswechsel unterzeichnete.

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst an dieser Stelle bei stern.de.

"Intelligence Authorization Act": Trump verabschiedet Gesetz zu Ufo-Forschung

Kurz vor dem Jahreswechsel hat Donald Trump ein riesiges Gesetzespaket unterzeichnet. Darin geht es hauptsächlich um finanziellen Hilfen in der Coronakrise, der US-Haushalt stellt dafür mehr als zwei Billionen US-Dollar bereit. An dem rund 5600 Seiten langen Dokument hing allerdings auch der "Intelligence Authorization Act" für das Jahr 2021. Und in diesem wird den US-Geheimdiensten eine Frist von 180 Tagen gesetzt, den Kongress über Ufos zu informieren.

Genauer gesagt soll ein Bericht für die zuständigen Ausschüsse des Kongresses über die teils geheimen Nachforschungen zu "unidentified aerial phenomena" erstellt werden, zu unidentifizierten Luftphänomenen. So werden Ufos im Beamtenenglisch neuerdings genannt, wohl vor allem, weil Ufo zu sehr nach kleinen grünen Männchen klingt. Der Bericht soll eine "detaillierte Analyse" der Erkenntnisse enthalten. Zudem soll ein verantwortlicher Beamter benannt werden, der die Koordinierung der verschiedenen Abteilungen übernimmt.

Pentagon untersuchte jahrelang an Ufo-Sichtungen

Es ist der nächste Schritt an die Öffentlichkeit, nachdem diese Phänomene jahrelang im Geheimen untersucht wurden. Im Jahr 2017 hatte die US-Regierung erstmals zugegeben, dass eine Abteilung des Pentagon mindestens seit 2007 mit einem Millionenbudget Ufo-Sichtungen erforscht hatte. Die meisten davon stammten von US-Kampfpiloten der Navy, weswegen die "Unidentified Aerial Phenomenon Task Force" später an den Marine-Geheimdienst angedockt wurde.

In den Jahren 2004 und 2015 zeichneten die Bordkameras von Navy-Jets mehrere solcher Begegnungen mit unbekannten Flugobjekten auf. Darauf zu sehen: ovale, sehr schnell fliegende Objekte, die keinen sicht- oder messbaren Antrieb zu haben scheinen. Darauf sind auch die überaus überraschten Reaktionen der Piloten zu hören. "Guck dir das Ding an, Alter!", sagt einer von ihnen verwundert zu seinem Kollegen. Dieser spricht davon, dass es "rotiere" und er zahlreiche weitere Objekte auf seinen Bildschirmen erkenne. Einer der Piloten trat hinterher in mehreren TV-Shows auf und berichtete von seinen Erlebnissen. Diese Objekte hätten Manöver fliegen konnten, die er sich bis heute nicht erklären könne.

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USA fürchten Fortschritt ausländischer Macht mehr als Aliens

Seit 2017 kursierten die Videos online, das Pentagon veröffentlichte sie Jahre später selbst. Dabei betonte die Behörde explizit, dass es auch andere Erklärungen als Außerirdische für die Flugobjekte geben könnte, etwa eine ausländische Macht, die an geheimen, fortschrittlichen Techniken arbeite. Das scheint auch noch immer die größte Sorge der USA in diesem Zusammenhang zu sein. Die nun verabschiedete Direktive fordert explizit eine Untersuchung "potenzieller Gefahren für die nationale Sicherheit" durch "eine oder mehrere ausländische Mächte".

Senator Marco Rubio hatte sich bereits in der Vergangenheit mehrfach besorgt darüber geäußert, dass unbekannte Flugzeuge über amerikanischen Militärbasen fliegen würden. Möglicherweise sei Russland oder China oder einer anderen Macht ein technischer Fortschritt gelungen, der sie zu solchen Aktivitäten befähige, so Rubio weiter. Dies gelte es zu untersuchen.

Die nun gestellte Frist läuft Ende Juni aus. Bis dahin müssen die Geheimdienste den zuständigen Ausschüssen entsprechende Berichte vorlegen. Die Ergebnisse sollen nicht unter die Geheimhaltung fallen, werden also auch den Weg in die Öffentlichkeit finden. Allerdings soll es die Möglichkeit geben, besonders sensible Teile zu schwärzen.

Quellen: Originaldokument Senatsserver, Pressemitteilung von Senator Marc Rubio, CNN